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“Das produziert Glücksgefühle und gibt den Sinn zurück“

Interview mit Ilona Koglin, Co-Autorin des Buchs „Und jetzt retten WIR die Welt. Wie du die Veränderung wirst, die du dir wünschst. Handbuch für Idealisten und Querdenker“

Seit ungefähr zehn Jahren engagiert sich das Journalistenehepaar Ilona Koglin und Marek Rohde für eine bessere Welt. 2011 wagten die beiden den mutigen Schritt und machten aus ihrem Engagement einen Beruf. Seitdem sind sie kommunikativ für eine bessere Welt im Einsatz und haben vor einigen Jahren einen gleichnamige Plattform ins Leben gerufen. Ende vergangenen Jahres haben sie das Buch „Und jetzt retten wir die Welt. Wie du die Veränderung wirst, die du wünschst“ veröffentlicht. Als Umsetzungsmaße des Buchs erkunden sie gerade mit neugierigem Forschergeist in einer 18-monatigen Expedition die Möglichkeiten einer besseren Welt. Dabei folgen sie dem Spruch Laotses

“Willst du die Welt verändern, dann verändere dein Land.
Willst du dein Land verändern, dann verändere deine Stadt.
Willst du deine Stadt verändern, dann verändere deine Straße.
Willst du deine Straße verändern, dann verändere dein Haus.
Willst du dein Haus verändern, dann verändere dich.“

Wie ist es dazu gekommen, dass ihr das Buch „Und jetzt retten wir die Welt“ veröffentlicht habt?

Seit 2011 beschäftigen wir uns beruflich mit diese Themen. Seitdem organisieren wir Konferenzen, geben Workshops, halten Vorträge und publizieren immer mehr in die Richtung. So wurde irgendwann der Kosmos Verlag auf uns aufmerksam und wollte gemeinsam mit uns ein Buch produzieren. Als wir uns dazu zusammen setzten, wurde schnell klar, dass wir nicht ein weiteres Buch veröffentlichen wollen, das nur aufklärt. Wir wollen ganz konkret die Menschen motivieren, aktiv zu werden, spielerisch in Form von Alltagsexperimenten ins Handeln zu kommen. So sind wir auch auf die Expedition gekommen, deren Teil wir auch selbst sind. Um anderen zu zeigen, wie man im Alltag Veränderungen umsetzen kann, widmen wir uns jeden Monat einem anderen Thema und dokumentieren das per Video. Auch andere können Video-Botschaften mit ihren Ideen und Erfahrungen einbringen. Daraus entsteht nach den 18 Monaten ein langer Dokumentarfilm.

Welches Thema steht denn demnächst ganz konkret an und was habt ihr euch dafür vorgenommen?

jetzt weltrettenIn den vergangenen Monaten haben wir uns mit unserer Haltung, unserem Körper und unserem Haus beschäftigt. Wir sind also noch bei uns geblieben. Im Monat September setzen wir erstmals den Fuß vor die Tür: Dann August dreht sich alles um das Thema „Nachbarschaft“. Ich finde, das ist eine ganz wichtige Grundlage für die soziale Komponente der Nachhaltigkeit, die aber auch die Ökologie beeinflusst. Es geht beispielsweise um soziale Netzwerke, Tauschen, Leihen, Schenken, gegenseitige Hilfe, den öffentlichen Raum gemeinsam zu erkunden und ein kleines bisschen auch um lokale Ökonomie. Ich persönlich habe mir vorgenommen, so etwas wie eine Transition Town Initiative in unserer Siedling in Langenhorn in Hamburg ins Leben zu rufen. Die Voraussetzungen sind gut: Wir haben ein gemeinsames Kulturhaus, ein Magazin, einen “Tag der Gärten”, tauschen teilweise schon Geräte, veranstalten Flohmärkte, aber ein offizielles Tauschnetzwerk fehlt noch.

Ihr seid Ende vergangenen Jahres gestartet – Zeit für ein kleines Zwischenfazit. Was sind eure Erkenntnisse bisher?

Ein Fazit ist, dass Veränderung ein langwierigerer Prozess ist. Nur, wenn man sich mal einen Monat lang mit einem Thema befasst hat, hat man es noch lange nicht verinnerlicht. Es ist noch nicht zur Gewohnheit geworden. Eine wichtige Erkenntnis ist, dass es Gelassenheit braucht. Wir dürfen zu unserer Unperfektheit stehen. Es gilt, das Dilemma auszuhalten, dass wir wissen, wie es im Idealzustand wäre, ohne dass wir es sofort umsetzen könnten. Es gilt ebenso, es auszuhalten und hinzuschauen, dass wir selbst – gerade wir Menschen, die wir in der westlichen Welt leben – für unglaubliches Leid die Verantwortung tragen. Gerade das schonungslose Hinschauen ist wichtig. Es kann einer der Auslöser sein, richtig aktiv zu werden, anstatt es immer weiter zu verdrängen.

Wenn wir mal zum Startpunkt eurer Reise zurückgehen: Mit welchen Aktionen habt ihr denn konkret begonnen? Habt ihr den ersten Monat nur meditiert?

Ja, das war natürlich ein Aspekt. Aber es ging auch um das Thema, mit welcher Haltung wir auf die Welt schauen, ob wir sie als freundlichen Ort wahrnehmen. Eine konkrete Aktion war, dass wir der Initiative  “Random acts of kindness“ folgend eine Woche Freude verschenkt haben – etwa indem wir in der Bücherei in einem Buch einen Gutschein oder ein Gedicht hinterlassen haben, die Fahrtkarte am Automaten gelassen oder den Kaffee für den Nächsten bezahlt haben. Das hat viel in mir bewegt.

Einmal eine Frage zu deiner eigenen Haltung. Du bist seit zehn Jahren Aktivistin. Da gab es sicher auch Momente der Frustration, bei denen du ans Aufgeben dachtest. Wie konntest du dranbleiben und weiter Motivation schöpfen?

Meiner Ansicht nach gibt es drei verschiedene Arten, Bewusstsein zu schaffen:

  • 1. indem wir aufklären, informieren und Lösungsmöglichkeiten aufzeigen, das ist oft journalistische Arbeit,
  • 2. indem wir ganz konkret Alternativen schaffen und vorleben,
  • 3. indem wir aktiv Widerstand leisten, Zivilcourage zeigen und auf andere politische Rahmenbedingungen hinwirken.

Ich habe für mich die Erfahrung gemacht, dass es hilft, zwischen diesen Bereichen zu wechseln, um immer mal in einem anderen Bereich aufzutanken – und das mache ich auch ganz bewusst.

Ihr selbst habt euren beruflichen Schwerpunkt vor einigen Jahren verändert und seid jetzt als “Aktivisten-Journalisten” mit Themen unterwegs, die für euch sinnstiftend sind. Welche wesentlichen Meilensteine waren zentral für eure berufliche Neuorientierung?

jetzt weltrettenIch persönliche habe schon viele Jahre davon geträumt, meinen Aktivismus mit dem Journalismus zu verbinden, habe mich aber nicht getraut. Dann kam 2008 die Weltfinanzkrise. Das war eine Art Auslöser, in andere Richtungen zu denken, denn ich habe mich gefragt, warum ich mir eigentlich Sorgen um meine finanzielle Zukunft mache, denn das ganze System kann ja wirklich ganz schnell zusammenbrechen. Übrigens war wohl für viele Menschen die Weltfinanzkrise ein sehr einschneidendes Erlebnis. Eine Lektorin hat mir neulich davon berichtet, dass sie sehr viele Manusktripte von Menschen bekommt, für die das der Anlass war, ihrer Berufung wirklich zu folgen.

2011 war es dann auch bei uns schließlich soweit, wir haben gekündigt. Wir haben zunächstmal ein Sabbatical gemacht, haben die Occupy-Camps in Deutschland besucht, einen Dokumentarfilm darüber gedreht, uns in der Transition Town-Bewegung engagiert. Seitdem hat sich bei uns sehr viel verändert, wir haben einen neuen Bekanntenkreis, wir haben uns unabhängiger vom Geld gemacht. Drei Monate nachdem wir uns mit unserem Redaktionsbüro selbständig gemacht haben, haben wir genug zum Leben verdient. Aber wir haben uns von vornherein auch so aufgestellt, dass wir gar nicht mehr so viel brauchen. Wir haben uns Freiraum für geldfreie Aktivitäten geschaffen, die uns sehr wichtig sind. Heute kann ich für all meine Projekte sagen, dass ich sie auch tun würde, ohne Geld dafür zu bekommen, und das fühlt sich sehr gut an.

Wenn wir mal in die Zukunft schauen – wie lebst du selbst im Jahr 2030?

Im Grunde werde ich dann ähnlich leben, wie bisher. Denn schon heute ist mein Leben wundervoll, und ich bin sehr glücklich, dass ich so leben darf, wie ich lebe. Die letzten Jahre waren eine tolle Reise, die ich als sehr bereichernd und beglückend erlebt habe. Sich für eine bessere Welt einzusetzen und bewusst zu leben, schafft ein Gefühl von Verbundenheit und Sinn. Das ist mitnichten ein Verzichtsprogramm, das gibt Erfüllung und macht auf anderen Ebenen reicher.

Vielen Dank an dich, liebe Ilona, für das Gespräch!

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Das Buch könnt ihr hier beziehen:

welt retten

 

Und jetzt retten wir die Welt: Wie du die Veränderung wirst, die du dir wünschst

 

 

 

 

 

 

 

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