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Hashimoto

Wenn die gesunde Mitte fehlt: Hashimoto – Die unbekannte Volkskrankheit

Die Entstehung und psychosomatische Bedeutung von Hashimoto Thyreoiditis.

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Hashimoto ist der Name einer Autoimmunkrankheit, bei der sich das Immunsystem gegen die eigene Schilddrüse richtet und diese dadurch schädigt und langfristig zerstört. Bislang ist Hashimoto nicht heilbar, aber sehr gut behandelbar.

Die Schilddrüse ist ein zentrales und vollkommen unterschätztes Organ.

Das besondere an der Hashimoto Thyreoiditis ist, dass der Körper durch die Autoimmunreaktion immer wieder sowohl Phasen der Schilddrüsenüberfunktion als auch Phasen der Unterfunktion durchläuft. Deswegen ist sie besonders schwer zu diagnostizieren.

1. Überfunktion – alles wird schneller

Durch das Absterben des Gewebes werden vermehrt Schilddrüsenhormone frei. Dem voraus geht ein Entzündungsstadium mit grippeähnlichen Symptomen wie Hitze, Fieber, Erschöpfung und starken Glieder- bzw.  Knochenschmerzen. Danach folgt die Überflutung des Körpers mit Hormonen, was zu innerer Getriebenheit, Herzrasen, Durchfall und Gewichtsabnahme führt. Und alle, die schon angefangen hatten, durch eine vorangegangene Unterfunktion zuzunehmen, freuen sich und denken „siehste, geht doch!“.

2. Darauf folgt eine Phase der Unterfunktion – alles verlangsamt sich

Die Schilddrüse ist nicht mehr in der Lage, genug Hormone zu produzieren. Der Stoffwechsel kommt aus dem Gleichgewicht, dadurch wird alles kalt und langsam. Der Körper entwickelt Fehlfunktionen und beginnt z.B. Wasser einzulagern, da bestimmte Hormon-, Stoffwechsel- und Verdauungsvorgänge nicht mehr richtig stattfinden können. Uns wird kalt „bis auf die Knochen“, wir verlieren zusehends unsere Konzentrationsfähigkeit, werden immer dicker und müder, obwohl wir unsere Lebensgewohnheiten nicht verändert haben.

Viele Hashimoto-Patienten werden in diesem Stadium sehr fleißige und leider am Ende erfolglose Teilnehmer von Diätprogrammen. Das schlimmste daran ist, dass bei Hashimoto der Jojo–Effekt besonders stark in Erscheinung zu treten scheint – obgleich es sich gar nicht darum handelt, sondern um die zweite Phase der Krankheit.

Gewöhnung behindert die Diagnostik

Ein weiteres großes Problem ist, dass sich Hashimoto in den meisten Fällen langsam entwickelt, wodurch sich die Betroffenen an den Zustand gewöhnen und die Veränderungen in ihrem Körper nicht hinterfragen. Durch den vielschichtigen und oft unklaren Verlauf wird Hashimoto sehr häufig mit anderen Krankheiten verwechselt.

Die häufigsten Fehldiagnosen bei Hashimoto sind dem neben  dem Burn-out-Syndrom auch Depressionen oder das Metabolische Syndrom.

Viele Betroffene erleben einen langen diagnostischen Leidensweg bis die richtige Diagnose gestellt wird. Deshalb möchte ich hier auf die entscheidenden Parameter für eine korrekte Diagnose hinweisen: Bei einem normalen Blutbild lässt sich Hashimoto nicht durch die üblichen Schilddrüsenwerte (wie TSH, T3 und T4) nachweisen, sondern nur durch die Schilddrüsenantikörper TPO-Antikörper (TPO-AK) und TG-Antikörper (TG-AK).

Mit der Diagnose und Behandlung können die Betroffenen ihre ganze Vitalität und Lebensfreude zurückgewinnen. Neben der wohlwollenden Beschäftigung mit den eigenen psychosomatischen Zusammenhängen und dem liebevollen Umgang mit seelischen Verletzungen sind eine genaue Diagnose und eine gut abgestimmte medikamentöse Behandlung verbunden mit einem gesunden Lebensstil von entscheidender Bedeutung für die erfolgreiche Behandlung.

Stress, Angst, Not als Ursachen

Die Krankheit gilt als erblich, entwickelt sich aber meistens erst durch großen inneren Druck oder Stress. Viele meiner Schilddrüsen-Patientinnen sind durch Dauerstress auf der Grundlage von  traumatischen Erlebnissen in der Kindheit krank geworden. Es scheint in manchen Fällen so, als würde die Schilddrüse quasi „durchbrennen“, wenn ein bestimmtes Maß an Stress, Angst und Not überschritten wird.

Eine Patientin von mir entwickelte eine akute Schilddrüsenentzündung, nachdem ihr Mann völlig überraschend gestorben war, und sie mit zwei kleinen Kindern zurückblieb. Diese ganze Situation durchzustehen verlangte ihr so viel ab, dass sie nach einem halben Jahr zusammenbrach. Sie war unendlich müde und erschöpft, konnte sich nicht mehr konzentrieren und kam nicht mehr aus dem Bett. Diagnose: Schilddrüsenentzündung.

Durch die Entzündung kam es zu einer starken Unterfunktion. Ihr Körper konnte einfach nicht mehr funktionieren. Durch den inneren Stress, die Existenzängste und die große emotionale Belastung hatte sie ihre Energie förmlich verbrannt. Der Körper bzw. die Schilddrüse konnte dieses Tempo nicht mehr aufrecht erhalten und wurde krank.

Es fühlt sich an, als wäre das innere Feuer erloschen.

Das Bemerkenswerte an der Schilddrüsenunterfunktion ist, dass die Erschöpfung durch Ruhe und Entspannung nicht besser wird. Das erzeugt eine tiefe Verzweiflung, da die Betroffenen spüren, dass sie nicht mehr so belastbar sind und aktiv am Leben teilnehmen können wie früher. Ein gutes Beispiel dafür sind aktive Hobbys, wie z.B. Sport oder Tanzen, also Bewegungen, die früher Freude und Kraft gegeben haben, sind nun zu viel. In der Phase der Unterfunktion fehlt jede Energie, auch ganz konkret die Muskelkraft, um sich zu bewegen. Wenn Hashimoto nicht behandelt wird, bilden sich nach und nach sogar die Muskeln zurück.

Neben Dauerstress und solchen tragischen und einschneidenden Erlebnissen wie dem oben beschriebenen, können auch hormonelle Veränderungen, wie z.B. die Pubertät, Schwangerschaft und Geburt und der Übergang in die Wechseljahre, körperlichen Stress verursachen, der zum Ausbruch der Krankheit führt.

Die psychosomatische Bedeutung

Wenn die gesunde Mitte fehlt – oder nie erlebt wurde!

Die Schilddrüse ist ein sehr wichtiges und zentrales Organ im Körper, die im gesunden Zustand ein harmonisches Zusammenspiel fast aller Körperfunktionen gewährleistet. Deshalb sind die psychosomatischen Ursachen auch im Bereich der tieferen existentiellen Themen zu suchen.

Allgemein kann man sagen, dass Menschen mit Schilddrüsenkrankheiten oft in ihrer Lebensgeschichte Erfahrungen von seelischer Ungeborgenheit, Existenzängsten und Lieblosigkeit bzw. Gewalt haben. Den meisten Betroffenen fehlt die Erfahrung eines liebevollen und sicheren Elternhauses also einer GESUNDEN MITTE.

Oft erlebten sie stattdessen frühe Traumatisierungen z.B. durch Alkohol- oder psychisch-kranke und/oder gewalttätige Elternteile, Nachbarn oder Verwandte. Oder es gab andere Ereignisse, die, die Sicherheit und Geborgenheit ihrer Familie und damit eine sichere Existenzgrundlage zerstörten.

Hashimoto tangiert beide Pole

Wie oben erwähnt, haben Hashimoto-Patienten mit beiden Polen zu tun: mit dem Thema Überforderung ebenso wie mit dem Thema Rückzug vom Leben, was die Sache besonders schwierig macht.

Besonders in der Symptomatik der Überfunktion finden wir die körperlichen Reaktionen von Existenzangst, Schreck und Schock wieder wie z.B. erhöhte Herzfrequenz, Zittern, Hitze, Durchfall, innerer Stress, einen stark erhöhten Stoffwechsel – die Erkrankten können essen so viel sie wollen – und werden nicht dick oder nehmen sogar noch ab. Es macht den Eindruck, als sei der Körper in höchster Alarmbereitschaft. Die Menschen sind übertrieben aktiv, es erscheint wie eine innere Getriebenheit nach außen. Gleichzeitig sind sie leicht erregbar und haben wenig Nervenstärke z.B. in Konflikten. Es wirkt, als sei der Körper immer noch in einer Situation von Existenz oder Todesangst gefangen und kann einfach nicht loslassen. In der Überfunktion ist die Spaltung zwischen Kopf und Körper besonders stark ausgeprägt. Das heißt, die Betroffene ist schlecht im Kontakt mit ihren körperlichen und seelischen Bedürfnissen und geht auf Grund der inneren Getriebenheit ständig über ihre gesunden Grenzen.

Bei der Unterfunktion lässt sich ganz klar ein Verlust der Lebenskraft bzw. ein „Rückzug vom Leben“ feststellen. Dagegen haben wir es bei der Überfunktion mit dem Thema der „Flucht nach vorne bzw. Überforderung“ zu tun, also eher eine übertriebene Bereitstellung von Energie, bei der sich der Körper aber gleichermaßen übertrieben verbraucht und verbrennt. Als wenn wir in der Not alle Kräfte auf einmal mobilisieren müssten, um zu überleben.

Seelische Ungeborgenheit macht krank

Hashimoto-Patienten sind besonders aufgerufen, ihre Aufmerksamkeit nach innen zu lenken und dadurch mehr Achtsamkeit und Selbstliebe zu entwickeln.

Das Tragische ist, dass diese Menschen, die so viel seelische Ungeborgenheit erfahren haben, oftmals gar kein Gespür für sich selbst und ihre Bedürfnisse entwickeln konnten. Es ist wie ein leerer Fleck in der Seele. Liebvolles Miteinander, Geborgenheit und gesunde Grenzen haben sie nicht kennengelernt. Oder die einfache und liebevolle Erfüllung ihrer Bedürfnisse – ganz selbstverständlich – einfach weil sie da sind!

Mangelnde Rücksichtname auf ihre individuellen Bedürfnisse oder altersgerechte Anforderungen führen dann in ihrem späteren Leben dazu, dass sie z.B. besser für andere sorgen können als für sich selbst.

Bei einer frühen Traumatisierung zieht sich als Selbstschutz ganz einfach gesprochen der Körper zusammen. Wenn es nach einem solchen erschreckenden Ereignis keine liebevolle Geborgenheit gibt, in der die Kinderseele und der Körper sich wieder entspannen können, manifestiert sich nach und nach diese innere Abgeschnittenheit.

Als Erwachsenen fällt es ihnen dann besonders, schwer Kontakt zu ihrem Körper und ihrer Seele aufzunehmen. Ihre Wünsche und Bedürfnisse sind ganz und gar in den Hintergrund gerückt. Sie neigen dazu lieblos, mit ihren eigenen körperlichen und seelischen Bedürfnissen umzugehen und sich selbst weiterhin zu überfordern. Solche Menschen können sehr gut funktionieren und verausgaben sich für andere – bis sie krank werden. Insofern kann diese Schilddrüsenkrankheit auch die Entstehung von Burn-out begünstigen.

Gesunde Mitteliebvolles Miteinander, Geborgenheit und gesunde Grenzen

Die Chance dieser Krankheit liegt wirklich darin, zutiefst auf sich selbst zurück geworfen zu werden und sich ganz neu kennenzulernen. Die gesunde Mitte zu entwickeln. Liebevoll, achtsam und mit viel Einfühlungsvermögen müssen wir lernen unsere Gesundheit durch die von der Krankheit aufgewühlte See zu manövrieren. Denn auch mit klug gewählten Medikamenten und glutenfreier Ernährung bleiben die Schwankungen erhalten.

Aber wie können wir etwas entwickeln was wir gar nicht kennen?

Wie können Körper und Seele Qualitäten kennenlernen, die sie als Kind nie erlebt haben?

In der körperorientierten Psychotherapie können Körper und Seele gemeinsam neue Erfahrungen machen. In diesem wohlwollenden und sicheren Raum ist es möglich, Körper und Seele „nachzunähren“. Durch achtsamen und liebevollen Umgang mit Körper und Seele lernen wir eine ganz neue Form von liebevoller Achtsamkeit kennen. Wenn wir durch den Bericht der Ereignisse wieder mit den Gefühlen in Kontakt kommen, geben wir durch liebevolles Nachnähren Körper und Seele genau das, was sie damals gebraucht hätten.

Nachnähren bedeutet die Art von Halt und Geborgenheit zu geben, die das Kind damals vermisst hat. Das kann zum Beispiel bedeuten, eine Hand zu halten oder in achtsamer Umarmung gehalten zu werden. Für das Nachnähren nehmen wir uns Zeit weil Nervensystem und Muskeln sie brauchen, um loszulassen und die neue Erfahrung anzunehmen. Auf diese Weise können seelische Wunden heilen und der Körper kann tief entspannen.

Diese Art der Psychotherapie, bei der der Körper mit seinen Erfahrungen ganz zentral mit einbezogen wird, ist sehr effektiv und heilsam. Alte negative Erlebnisse können mit neuer Achtsamkeit und Wohlwollen überschrieben werden. Durch den Körper können wir auf diese Weise auch die Seele heilen.

 

Deine Anette Dröge

www.anette-droege.de

 


 

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