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Hochsensibilität: Wer bist du? – Und wer noch?

Heute habe ich mal wieder hautnah erlebt, wie tückisch es ist, die Frage „Wer bist du?“ zu beantworten.

Mein Tag startete mit einer Krise. Wenn mir heute Morgen jemand was von Selbstliebe erzählt hätte, hätte ich ihm böse Blicke zugeworfen. Puh, Selbstliebe – wie vermessen, davon etwas wissen zu wollen. Ich kann mich gerade überhaupt nicht leiden. Wenn ich mit schmerzhaften Themen in Kontakt komme, dann aber richtig. Dann find ich mich und die Welt blöd. Aber komplett. Dann häng ich fett drin im Loch. In dem Moment denke ich, ich hätte aber noch so überhaupt nichts begriffen, fühle mich klein, dumm und hässlich und kann mir überhaupt nicht vorstellen, dass ich jemals anders empfunden habe. In so einem Zustand fühlt sich das an wie die Wahrheit, wie: So bin ich.

Wenige Stunden später hatte ich mit meinem Kollegen und mentalen Sparringpartner eine mehrstündige Diskussion, in der wir uns über die Tiefen menschlichen Bewusstseins ausgetauscht haben. Es folgte eine sensible Analyse der Vorgänge in unserer Coachinggruppe, danach unternahmen wir noch einen Streifzug in die Politik. Das ganze Telefonat war herzerwärmend. Und danach war ich höchst zufrieden mit mir, mit meinen Fähigkeiten, meiner Art den Dingen auf den Grund zu spüren, meiner Gestaltungskraft uvm. Ich war total glücklich mit mir, meinen Talenten und meinem Leben. Krise? Keine Spur, das Leben ist wundervoll! Und in dem Moment denke ich auch: So bin ich.

Stimmt das? Wer bin ich denn nun wirklich?

Früher habe ich dazu geneigt, nur das Schlechteste von mir zu denken. Zu Schulzeiten fühlte ich mich wirklich klein, dumm und hässlich und zwar die meiste Zeit. Heute ist das anders, heute lebe ich so viele meiner Fähigkeiten mit großer Zufriedenheit aus und erhalte wertschätzende Rückmeldung, dass ich heute meistens eine freundliche Sicht auf mich habe.

Aber: Die Wahrheit ist beides nicht. Beides sind nur Ausschnitte aus meinem Leben. Szenen, die halt gerade stattfinden. Zusammenspiel zwischen Menschen oder Interaktion mit mir selbst. Beides ist nicht die Wahrheit. Und beides ist veränderbar.

Was hat das alles mit Hochsensibilität zu tun?

Bei vielen hochsensiblen Menschen gibt es die Tendenz, sich über ihre Hochsensibilität zu definieren. Wenn sie sich fragen: ” Wer bist du?”, finden sie sich in den typischen Beschreibungen wieder und kommen nach einigem Lesen und ein paar Tests vielleicht zu der Überzeugung: So bin ich. Und es gibt auch diejenigen, die genau das ablehnen. Die zwar spüren, dass in dem Thema viel drin steckt, was auf sie zutrifft, die aber nicht in diese Schublade steigen möchten und deshalb sagen: So bin ich nicht. Auch das ist nicht die Wahrheit.

All diese Situationen in denen wir das Gefühl haben: So bin ich, sind Teilaspekte. Ja, so bist du. Manchmal. Und noch ganz viel mehr.

Auf der Suche nach Identifikation

Für mich hat das Thema mit hochsensiblen Menschen aus zwei Gründen besonders zu tun. Zum einen sind viele HSP auf der Suche nach Identifikation. Sie haben so lange das Gefühl des Andersseins zu spüren bekommen, dass es ihnen gut tut, nun einen Begriff, einen Menschentyp gefunden zu haben, zu dem sie sich zugehörig fühlen können. Das ist total nachvollziehbar, hilfreich und legitim. Und ich empfehle es meinen Klienten, diese Erfahrung zu machen. Denn es nährt deine Seele. Wir alle brauchen das Gefühl von Zugehörigkeit. Aber es ist nicht die Wahrheit. Du bist nicht nur hochsensibel. Du bist noch ganz viel mehr als das, was du in dieser Schublade findest. Es macht ganz viel Sinn, sich in dieser Schublade umzusehen und sich mit ihrem Inhalt auseinanderzusetzen. Und dann weiterzugehen und zu schauen: Und wer bin ich noch?

Hochsensible sind gefühlsintensiv

Der zweite Punkt, weshalb ich dieses Thema für HSP besonders spannend finde: Hochsensible Menschen sind meist sehr gefühlsintensiv. Sie empfinden Emotionen stärker als andere Menschen, sind leidenschaftlicher (auch wenn die Leidenschaft durchaus leise daherkommen kann). Aber durch diese emotionale Intensität neigen sie auch verstärkt dazu, sich mit ihren Emotionen zu identifizieren. Wenn sie schüchterne Anteile an sich wahrnehmen, halten sie sich für schüchtern. Wenn sie überfordert sind, meinen sie, sie seien nicht belastbar. Erfahren sie Zurückweisung, zählen sie sich innerlich alle Situationen von Zurückweisung auf und glauben, sie würden immer abgelehnt und erhielten keine Zustimmung.

Wenn ich diese Menschen im Coaching vor mir sitzen habe, stelle ich meistens fest, dass es sich um zähe, starke und belastbare Menschen handelt, die durchaus auch einen Freundeskreis haben und sozial eingebunden sind. Der Knackpunkt ist: Sie nehmen es nicht so wahr. Sie haben an irgendeiner Stelle begonnen, sich mit den schwachen Anteilen (die jeder Mensch hat) zu identifizieren und halten diese für die Wahrheit. Und die starken Anteile nehmen sie nicht wahr. 

Die Wahrheit ist: Du hast tausend Anteile und Möglichkeiten in dir

Und du bist überhaupt nicht festgelegt. Im Gegenteil. Die Auswahl ist unermesslich. 

Was wahr ist: Bestimmte Verhaltensweisen fallen uns leichter als andere, weil sie uns vertraut sind. Die haben wir gelernt und geübt. Aber das bedeutet nicht, dass du dabei bleiben musst. Du bist nicht nur schüchtern, ängstlich und wenig belastbar. Du kannst umlernen. Es braucht etwas Übung und du fühlst dich am Anfang vermutlich sehr fremd mit neuen Fühl- und Verhaltensweisen. Und ja, es kann sein, dass du deine Komfortzone verlassen musst. (Das ist sogar ziemlich sicher.) Das spült meistens erst einmal unangenehme Gefühle hoch.

Aber das gibt sich, wenn du die ersten bestätigenden Erfahrungen machst, wenn du dein neues Verhalten immer routinierter lebst und es irgendwann als zu dir gehörend empfindest. Dann ist es integriert und du hast dein Verhaltensrepertoire vergrößert. Das öffnet dir neue Freiräume.

Das ist es, was wir im Coaching tun. Wir schauen auf das „Wer bist du noch? – Und wer noch?“

Wir weiten den eingeengten Blick und suchen nach geeigneten Wegen, wie du deinen Denk-, Fühl- und Handlungsspielraum erweitern kannst. Damit du nicht nur das lebst, was andere oder die Gewohnheit für dich vorgesehen haben, sondern das, wonach es dich in der Tiefe verlangt. Was dich glücklich macht, was dich weitet, was dich erfüllt.

Herzliche Grüße

Barbara

Coach für hochsensible & hochbegabte Menschen

www.grebecoaching.de

Hier gibts mehr zum Thema Hochsensibilität von Barbara Grebe

Hochsensible Menschen: Katalysatoren finden und von Altlasten befreien

 

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