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Wie begegnest DU Rassismus? Diese Geschichte zeigt einen Weg

Was kannst DU PERSÖNLICH für mehr Weltoffenheit, Toleranz und Wertschätzung tun? Dieser Frage geht dieser Artikel nach. Denn: Rassismus ist weiterhin ein Thema in Deutschland – und im übrigen in vielen weiteren Ländern Europas.

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Wir leben in bewegten Zeiten. Da wird in Chemnitz ein Mensch ermordet. Rechtsextremisten benutzen diesen Mord, um gegen Ausländer*innen und Flüchtlinge zu wettern und sie – vermutlich – sogar zu jagen, woraufhin zehntausende Menschen mit einem #wirsindmehr-Konzert Zeichen DAGEGEN setzen.

Rassismus: Wie fängst du dumpfe Stammtisch-Parolen auf?

rassismus-BierIch habe hier natürlich meine Position und bin ganz klar für kulturelle Vielfalt, Frieden und Demokratie. Doch wie verhalte ich mich gegenüber Menschen, die eine konträre Meinung vertreten – vielleicht sogar dumpf, fanatisch und mit Stammtisch-Parolen daher kommen? Die Aussagen treffen, die bei mir nur noch Kopfschütteln verursachen?

Diese Frage kreiste in meinem Bekanntenkreis gerade in den vergangenen Wochen intensiv herum.

In vielen Fällen blieb es bei Fassungs- und Ratlosigkeit. Auch ich bin mir in dieser Sache – ehrlich gesagt – unsicher.

Denn eines ist klar: Vorhaltungen machen und die Menschen, die populistische Meinungen vertreten, argumentativ auszuhebeln – das bringt nichts.

Ist es besser zu schweigen, und es sein zu lassen,
weil “bei diesen Menschen eh’ Hopfen und Malz verloren ist”?

Ich glaube, dass das zu einfach ist. In einigen Regionen (Ost-)Deutschlands ist das sogar gefährlich und menschlich grob fahrlässig.

Menschen, die fremdenfeindlich eingestellt sind, haben wohl häufig diese Haltung eingenommen, weil sie sich benachteiligt fühlen, nicht gesehen werden, auf dem Abstellgleis stehen.

Sie dort stehen zu lassen, verschlimmert das Ganze nur. Es ist wichtig, diese Menschen zu sehen, sie Ernst zu nehmen, sie anzuhören. Ihnen die Chance zu geben, sich tiefer zu zeigen, mit dem, was sich hinter ihrer “rauen Parolen-Schale” verbirgt.

Doch wie gelingt es, sie dort abzuholen, vielleicht sogar zu öffnen?

Dafür gibt es sicherlich kein einheitliches Rezept, wohl aber die drei “Zutaten:

Hingabe, Mitgefühl und Liebe 

– plus wohl  einem eher intimen Rahmen, den eines Zwiegesprächs.

Es macht sehr viel Sinn, sich auf solche Begegnungen einzulassen, und es kann vielleicht viel mehr verändern und in Gang bringen, als wir ahnen.

Diese Rede von J.K. Rowling zeigt dir, was für eine magische Kraft Mitgefühl hat:

J. K. Rowling: Die Magie des Mitgefühls

Dazu mag ich eine Geschichte mit dir teilen, die ich vor einiger Zeit gelesen habe und die mich sehr berührt hat.

Die Geschichte ist von Dr. Ha Vinh Tho, dem “Glücksminister” Bhutans:

Der Soldat und das Folter-Gefängnis

rassimus-SoldatBevor Ha Vinh Tho zum Glücksminister ernannt wurde, arbeitete er für das Internationale Rote Kreuz in Krisengebieten. Zu seinen Aufgaben gehörte es u.a. Gefängnisse aufzusuchen, um zu überprüfen, ob die dort inhaftierten Menschen gefoltert würden.

Einen solch anstrengenden Besuch hatte Hah Vinh Tho gerade hinter sich, musste pausieren, um die heftigen Geschichten der Häftlinge sacken lassen zu können. Viele von ihnen waren misshandelt worden, ihre Familien wussten nichts über ihren Verbleib.

Ha Vinh Tho war geschockt, in sich gekehrt, als ihn plötzlich einer der Soldaten, die die Inhaftierten bewachten, ansprach – in voller Montur mit Uniform und Maschinengewehr:

“… ich hatte den ganzen Vormittag über zusehen müssen, wie Soldaten, wie er einer war, die Häftlinge in diesem Gefängnis behandelten. Als er mit mir sprach, fühlte ich diese Abneigung gegen ihn und seinesgleichen immer stärker werden.”

Doch Hah Vinh Tho lässt den Soldaten reden, und der erzählt über sein Hobby, das Radfahren, und dass er nach dem Militärdienst Sozialarbeiter werden wolle. Und langsam passiert etwas in Ha Vinh Tho:

“Ich sah zu allererst nur diese Uniform vor mir.
Ich sah das Maschinengewehr.
Doch auf einmal schaute mich auch ein Mensch an: Intensiv.
Und dieser Mensch fragte mich:
“Glauben Sie, dass ich böse bin?”…”

Diese Frage schockierte Ha Vinh Tho. Denn er realisierte, dass er genau das getan hatte: Er hatte den jungen Soldaten in eine Schublade sortiert, ihn vorverurteilt. Dabei hatte der junge Mensch vielleicht keine andere Wahlmöglichkeit gehabt, war quasi ein Opfer des Systems und der strukturellen Gewalt, die ihn zwang, seinen Militärdienst abzuleisten. Wer weiß, was ihm in diesem Land gedroht hätte, wenn er diesen nicht verrichtet hätte…?

Was du tun kannst: Voll da sein

rassimus-PräsenzWenn du nun an einen Menschen denkst, der eine rechtsextremen Gesinnung hegt, dann magst du vielleicht meinen, ein Vergleich mit dieser Geschichte könnte hinken. Denn schließlich hat der “Rassist” sich diese Haltung selbst ausgesucht. Doch lass dich vielleicht trotzdem einmal auf eine wahrhaftige Begegnung mit diesem Menschen ein.

Sieh und hör doch mal genauer hin. Auch wenn du dich vielleicht überwinden musst: Schenk ihm deine Liebe, dein Wohlwollen, deine Aufmerksamkeit – und zwar vollkommen bedingungslos, ohne ihn missionieren zu wollen.

Dieser Mensch darf so sein, wie er gerade ist. Du hast keine Ahnung, was ihn dorthin geführt hat. Es könnte sein, dass es genau das ist, was dieser Mensch gerade braucht: Dass ihm einmal jemand wirklich seine Zeit schenkt, ihn ansieht, ihn sein lässt.

Vielleicht runzelt sich zunächst skeptisch die Stirn, oder der Trotz kommt durch. Vielleicht füllen später Fragen den Raum. Und vielleicht gesellt sich auch irgendwann ein kleines Wunder dazu und lässt Heilung geschehen.

Ich wünsche dir und mir, dass wir diese Begegnungen suchen und finden. Dass wir uns so verschenken. Auch SO kannst du mal deine Komfortzone verlassen, nicht nur zu deiner Selbstoptimierung :-). Denn wir dürfen auch diese sozialen Verkrustungen, Verhärtungen, Ablehnungen überwinden, wenn wir die Welt erschaffen möchten, nach der wir uns sehnen.

Mahatma Gandhi hat dazu wundervolle Worte gefunden:

“Jeder einzelne Mensch,
jede einzelne Stimme in der Gesellschaft ist wichtig.
Keiner und keine ist überflüssig oder unwichtig.
Wir alle bilden gemeinsam einen Klang.” 

Ja, auch die Menschen mit extremen Meinungen wollen gehört werden.

Ich wünsche dir, mir und uns die Chancen auf wahrhaftige Begegnungen – mit den Menschen, die sie ganz besonders brauchen.

Alles Liebe,

Steffi aka Stephanie Ristig-Bresser.

PS: Die Geschichte von Dr. Ha Vinh Tho stammt aus seinem Buch “Grundrecht auf Glück. Bhutans Vorbild für ein gelingendes Miteinander.” – nicht nur diese Geschichte darin ist sehr lesenswert.

Alle Artikel von Stephanie Ristig-Bresser findest du hier.

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