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Wie du auf coole Art NEIN sagen lernst

Nein sagen fällt den meisten von uns schwer. Aber oft ist ein cooles Nein zu jemand/etwas anderem ein wertvolles JA zu dir. 

Diese Zeilen sind für dich geschrieben, wenn es dir schwer fällt:

  • Nein zu sagen
  • dein Nein klar, bestimmt und gleichzeitig freundlich zu formulieren
  • nicht doch wieder einzuknicken, nachdem du bereits Nein gesagt hast
  • keinen Groll zu hegen, wenn deine „Hilfs- und Opferbereitschaft“ von anderen nicht angemessen gewürdigt wird

Warum wir so schlecht NEIN sagen können

nein-sagen-lernenDu kennst solche Situationen bestimmt auch: Du ärgerst dich mal wieder, weil du einer Bitte nachgekommen bist, obwohl dir eigentlich gar nicht danach ist. Zum Beispiel, wenn du einem Kollegen eine Arbeit abgenommen hast, obwohl du eigentlich selbst nicht mehr weißt, wie du alles schaffen sollst oder wenn du bei einem Umzug hilfst, obwohl du an diesem Wochenende dringend Ruhe und Erholung bräuchtest.

„Ich kann einfach nicht nein sagen.“ höre ich dann oft von den Betroffenen.

Warum fällt es manchen von uns so schwer, ein klares Nein zu äußern? 

„Weil ich nicht für egoistisch gehalten werden will“, „Sonst hilft mir ja irgendwann auch keiner mehr“, „Man kann doch nicht einfach ablehnen.“

Oder vielleicht doch?

Wenn wir zögern, ein klares Nein zu äußern, dann meist wegen der vermuteten Konsequenzen für uns selbst

Mein Gegenüber könnte ärgerlich oder wütend reagieren, es mir bei nächster Gelegenheit heimzahlen, schlecht über mich denken oder reden, und ich könnte in meinem Team oder der Familie nicht mehr gemocht werden – zumindest kurzfristig. Wenn wir sehr auf Harmonie und Zugehörigkeit bedacht sind, dann sind wir an dieser Stelle anfällig und vermeiden diese Konsequenzen tunlichst. Die Sache hat nur einen Haken:

„Wenn du Ja zu anderen sagst, sorge dafür, dass du nicht Nein zu dir sagst.“

Paulo Coehlo

Wenn wir Ja sagen, obwohl wir Nein meinen, dann sind wir zwar kurzfristig aus der Gefahrenzone, weil wir unsere Umwelt mit ihren Ansprüchen und Bitten zufriedenstellen, aber

langfristig sind Schwierigkeiten vorprogrammiert: 

  • je länger unser Umfeld gewohnt ist, dass wir selten ablehnen, desto häufiger werden Bitten und Anfragen bei uns landen: der Gang zu uns ist für andere dann der Weg des geringsten Widerstandes. Aus welchem Grund also sollten sie von sich aus aufhören, uns zu fragen?
  • Je länger unser Umfeld dies gewohnt ist, umso erstaunter und eventuell verständnisloser wird es reagieren, wenn es plötzlich öfter ein Nein von uns hört („Was ist denn mit dir los? So kenne ich dich ja gar nicht!“)
  • Dass wir oft Ja sagen, obwohl wir Nein meinen, wird uns langfristig niemand danken. Im Gegenteil: je öfter wir dies tun, desto größer wird unsere eigene innere Unzufriedenheit. Ist das Maß voll, platzt es dann irgendwann aus uns heraus. Unsere Umwelt, die unser Ja bislang wörtlich genommen und darauf vertraut hatte, dass es ehrlich gemeint ist, fühlt sich dann zu Unrecht angegriffen und schon sind wir mitten im Konflikt – genau dort, wo wir nie landen wollten.

9 Dinge, die dir beim Nein sagen helfen:

  • Wenn wir uns schnell überrumpeln lassen, dann hilft es, die Pausentaste zu drücken und um Bedenkzeit zu bitten: „Ich möchte noch etwas abklären, ich sage dir morgen Bescheid.“
  • Diese Bedenkzeit kann helfen, folgende Fragen zu klären, bevor wir antworten: Will ich das? Muss ich das? Wäre ich zu einem anderen Zeitpunkt bereit dazu? Wäre ich teilweise dazu bereit (z.B. nur für ein paar Stunden beim Umzug zu helfen)? Welche Konsequenz hätte ein Ja oder ein Nein? Bin ich bereit, mit einer dieser Konsequenzen zu leben?
  • Wenn wir voreilig Ja gesagt haben, dann dürfen wir uns erlauben, nachzubessern: „Ich war vorhin zu schnell und habe nochmal meine Termine genauer angeschaut. Ich schaffe es doch nicht.“
  • Wenn wir Verständnis äußern, nimmt das unserem Nein die Schärfe: „Ich verstehe sehr gut, dass du unbedingt zu dieser Familienfeier fahren willst und ich kann dieses Mal wirklich nicht auf der Arbeit für dich einspringen.“ Jemanden zu verstehen, heißt noch lange nicht, dass wir auch mit seinen Wünschen einverstanden sein müssen. 
  • Ein rechtzeitig geäußertes Nein gelingt oft freundlicher, als das längst überfällige Nein, das sich unkontrolliert den Weg bahnt, wenn das Fass überläuft.
  • Rechtfertigungen, lange Erklärungen und Ausflüchte schwächen unser Nein nur unnötig. Auch unklare Formulierungen „durch die Blume“ oder unnötige Schärfe nehmen ihm die gewünschte souveräne Wirkung. Andere spüren intuitiv, ob unser Nein unumstösslich ist oder wackelt.
  • Dann ist es gut zu wissen, bei welchen Ködern wir gerne anbeißen und wieder einknicken könnten: „Ich habe fest mit dir gerechnet, du kannst mich doch nicht im Stich lassen“, „Keine kann das so gut wie du“, „Jetzt bin ich aber enttäuscht von dir“, „Ach komm schon, sei kein Spielverderber.“
  • Es ist legitim, dass andere ihre Bitten äußern oder Forderungen an uns stellen. Und es ist legitim, diese abzulehnen. Wenn wir uns darüber empören („Wie kannst du nur so etwas von mir verlangen?“) dann meist deshalb, weil wir innerlich in Konflikt geraten und meinen, wir müssten Ja sagen, obwohl wir dies nicht wollen. 
  • Dann gilt es, sich klar zu machen: Jedes Nein ist gleichzeitig ein Ja zu etwas anderem. 

In diesem Sinne wünsche ich viel Freude beim nächsten ehrlichen, herzhaften und freundlichen Nein – möge es ein klares Ja zu dir und deinen Werten sein!

Herzlich, Katja Lutz-Deklerk

Coaching und Training für achtsame (Selbst-)Führung

Kontakt: katja@lutz-deklerk.de

Kleine Achtsamkeitsfragen für dich:

  • Wann hast du das letzte Mal Nein gesagt und es ist nichts Schlimmes passiert?
  • Wie wäre es, wenn wir in Beziehungen darauf vertrauen könnten, dass alle nur dann Ja sagen, wenn sie es auch wirklich so meinen, und es nicht später vorwurfsvoll aufrechnen?
  • Welcher Köder könnte dich dazu verleiten, Ja zu sagen, wenn du es eigentlich gar nicht möchtest? Wenn du ihn erkennst, wirst du künftig vielleicht weniger oft anbeissen.

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