Kategorien Anzeigen

Erfolg Body Arbeit Beziehungen Deine Welt Glück Seele Podcasts humantrust @Redaktion

hochsensible-menschen-titel

Wie hochsensible Menschen ihre Beziehungen gelingend gestalten

Wie hochsensible Menschen ihre Beziehungen gestalten

Ich möchte bei diesem Thema mit einem Zitat beginnen: „Deine größte Stärke ist deine größte Schwäche.“ Das drückt für mich in kurzer Form das Kerndilemma der meisten hochsensiblen Menschen aus.

HSP sind von ihrer Natur her echte Beziehungsmenschen. Sie fühlen sich ein, sie fühlen mit, sie erfassen andere Menschen, sie haben eine große Sehnsucht nach harmonischer, wohlwollender, nährender und freilassender Gemeinschaft. Sie wünschen sich Gleichklang, Verstehen und Verstandenwerden und Austausch mit Menschen, die ähnlich ticken.

Hochsensible-Menschen-schuechternAuf der anderen Seite sind sie sehr verletzlich, kränkbar und leicht zu verunsichern. Besonders die Introvertierten hochsensiblen Menschen haben häufig etwas sehr Zurückhaltendes, Ängstliches, das sich nicht so richtig auf lebendige Beziehungen einlassen möchte, sondern sich gerne ein Türchen offen lässt, um jederzeit den Rückzug antreten zu können. Dies kann sich in jeder Art von Beziehung bemerkbar machen – in Gruppen, in Freundschaften, in Paarbeziehungen.

Als Beispiel möchte ich etwas beschreiben, das ich gerade in unserer Facebook-Gruppe erlebt habe:

Wir haben dort einen Umgangston, der sehr zugewandt, unterstützend, freundlich und wertschätzend ist. Es gibt fast keine spontan rausgehauenen Sprüche; und Abwertungen habe ich dort überhaupt noch nie erlebt (sie würden auch nicht geduldet). Man sollte meinen, dass diese mit großer Achtsamkeit aufgebaute Basis Sicherheit gibt und trägt. Doch erlebe ich immer wieder, dass ein einzelner Post dazu führen kann, dass sich ein Mensch ganz plötzlich mit einem „Hier bin ich nicht richtig“ aus der Gruppe abmeldet.

Viele HSP fühlen sich in Beziehungen als Leidtragende

Ähnliches Verhalten beobachte ich auch in Live-Gruppen, Seminaren und anderen persönlichen Beziehungen. Die betreffenden Menschen fühlen sich dabei häufig als Opfer. Siesind es, denen etwas Schlechtes, Hartes widerfährt, sie sind es, die verletzt wurden. Sie geraten scheinbar ohne eigenes Zutun immer wieder an Menschen, die grob mit ihnen umgehen oder ihre Gutmütigkeit ausnutzen. So die subjektive Wahrnehmung.

Hierzu gibt es zwei Wahrheiten:

Du gerätst wirklich an die falschen Menschen

Ja, vielleicht gerätst du immer an die falschen Menschen. Und zwar, weil du sie unbewusst anziehst. Es gibt einen Mechanismus, der uns immer wieder zu dem Bekannten hinzieht. Wenn wir in einem groben Umfeld groß geworden sind, zieht es uns, einfach aus dem Gefühl der Vertrautheit heraus, vielleicht immer zu genau solchen Menschen hin – auch wenn wir das nicht wollen und es uns nicht gut tut. Und zwar so lang, bis wir dies erkennen und bewusst neue Entscheidungen treffen. Es liegt an dir, das zu erkennen und andere Menschengruppen aufzusuchen.

Du kreierst dir deine Realität genau so

Viel häufiger ist es jedoch, dass die Menschen immer wieder aktiv an der Enttäuschung mitwirken. Sie schaffen sich ihr Ausgeschlossensein und ihre Beziehungsabbrüche selbst. Bei dem oben genannten Beispiel kreiert sich die Frau die Erfahrung von „Ich gehöre nicht dazu!“ gerade selber, indem sie ganz abrupt die Beziehung beendet (aus der Gruppe austritt).

Sie begibt sich selbst ins AUS, verlässt die Beziehungsebene und gibt den anderen keine Chance der Klärung. Damit erschafft sie sich die Erfahrung von „ich bin einsam, keiner versteht mich, alle sind grob, ich gehöre nicht dazu.“

Hochsensible-Menschen-mutDieses Muster könnte sie durchbrechen, wenn sie im Kontakt bliebe. Sie könnte fragen, wie der Post gemeint war, der auf sie verletzend gewirkt hat. Sie könnte es für möglich halten, dass ihr Gefühl nicht die alleinige Wahrheit ist und sich für die andere Sicht öffnen. Und sie würde vielleicht feststellen: Auch auf der anderen Seite gibt es eine Wahrheit.

Sie könnte die Erfahrung machen, dass andere verantwortungsvoll und gut mit ihrer Verletzbarkeit umgehen und zugewandt und offen reagieren. Dann wäre sie weiter dabei und würde eine heilsame Form des Miteinanders erleben.

Wir sind alle Täter

Was den Menschen, die sich gerne als Opfer fühlen, häufig nicht bewusst ist ist, dass sie auch Täter sind. Einen anderen, mit dem man vorher in einem vertrauensvollen Austausch stand, ohne Gespräch oder den Versuch einer Klärung einfach stehen zu lassen, ist in meinen Augen ein ziemlich aggressives Beziehungsverhalten. Der Zurückgelassene wird ins Unrecht gesetzt und hat keine Chance, irgendetwas gerade zu rücken, zu klären oder sich vielleicht auch zu entschuldigen.

Wer ist hier der Täter und wer das Opfer? Die Rollen haben sich hier deutlich vertauscht, was den so Handelnden aber nicht bewusst ist.

In Wahrheit gestaltet jeder Mensch an seinen Beziehungen mit. Entweder dadurch, dass er sich einbringt oder dadurch, dass er sich entzieht. Beides sind Handlungen, die eine Wirkung haben. Wer in Beziehungen nicht auf seine Kosten kommt, hat vielleicht noch nicht wirklich versucht, das einzubringen, was ihm wichtig ist. Dazu las ich neulich diesen Satz:

„Warum wird von Introvertierten erwartet, gesprächig zu sein und ihre Komfortzone zu verlassen und nicht von Extrovertierten, selbst mal den Mund zu halten, um die Atmosphäre angenehm zu machen?“

Warum fordern wir Intros nicht viel mehr das ein, was uns wichtig ist?

Hochsensible-Menschen-introvertiertWenn du Beziehung oder Gemeinschaft erleben willst, geht es darum, dich und deine Werte einzubringen. Das kann eine bestimmte Gesprächskultur sein, das kann Ehrlichkeit sein, vielleicht ist für dich ein positiver Blick auf Dinge wichtig – dann setz dich dafür ein, dass diese wertvolle Qualität Raum und Gehör findet.

Wir können nicht erwarten, dass die Umstände schon so sind, wie wir sie gerne hätten, aber wir können daran mitgestalten. Das bedeutet, wahrhaft in Beziehung zu sein.

Bist du bereit, deine Beziehungen aktiv zu gestalten? Ich glaube, ab einer bestimmten Nähe bekommen wir Beziehung einfach nicht ohne die Gefahr, ab und zu verletzt zu werden. Die Paarbeziehung ist das beste Beispiel dafür. In einem lebendigen Austausch zwischen Menschen werden immer auch mal die eigenen Schmerzpunkte getriggert.

Das geht gar nicht anders. Die Frage ist: Wie gehen wir damit um? Denn genau an diesen Punkten fängt es an, spannend zu werden. Hier liegt das echte Wachstumspotenzial. Sonst bleibt man ein Leben lang auf der Flucht vor den eigenen schmerzhaften Gefühlen.

Wenn du auf der Suche nach positiven Gemeinschaftserlebnissen bist, dann gibt es aus meiner Sicht ein paar Kriterien für reife Beziehungen:

  • Gibt es die Bereitschaft zu Reflexion und Selbstreflexion?
  • Bleibt man da, wenn es mal ungemütlich wird?
  • Übernimmt jeder die Verantwortung für die eigenen Gefühle? (Das ist m.E. die Königsdisziplin, das Sahnehäubchen quasi.)

Positive Gemeinschaft ist nicht automatisch dort, wo Harmonie herrscht, sondern dort, wo verantwortlich mit zwischenmenschlichen Prozessen umgegangen wird. In einem solchen Feld kannst du wachsen. Dann können Gefühle der Verletztheit sich wandeln und der Beginn eines befreienden Heilungsprozesses sein.

Hier können  hochsensible Menschen ihre wahren Stärken entfalten

Und hier haben hochsensible Menschen wirklich viel Potenzial:

Mit ihrem Bewusstsein und der Fähigkeit zu differenzierter Wahrnehmung kann Beziehungsgestaltung ganz neu gelingen, so dass sich eine tragfähige Basis des Gemeinschaftserlebens entwickelt. Wir erleben es in unserem Seminar jedes Mal wieder neu.

Eine Beobachtung, die ich mache ist, dass die Gefühle, nicht dazu zu gehören oder sich abgelehnt zu fühlen, selten während oder direkt nach dem Seminar entstehen, sondern dann, wenn die Wirkung der Gemeinschaftserfahrung wieder nachlässt. Dann gewinnen die alten Gefühle wieder stärkeren Einfluss und werden manchmal auf die aktuelle Gruppe projiziert. Solche Tricks der Seele zu erkennen, kann helfen, sich davon zu befreien.

Bewusstsein heilt.
Gemeinschaft heilt.
Werde zur schönsten Version deiner selbst.
Beziehungen helfen dir dabei!

Herzlichst

Barbara

Wer Lust auf ein wunderbares Übungsfeld in diesem Geiste mit anderen bewussten Menschen hat, ist herzlich zu unserem Seminar „Ich bin richtig!“eingeladen.

Der Film zum Seminar.

Weitere Artikel und Angebote zum Thema Hochsensibilität findest du auf meiner Webseite:

www.grebecoaching.de

————————

Gefällt mir 49 Personen gefällt das

Wie hilfreich fandest du den Artikel?1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (5 Bewertungen: 3,80 von 5)

Diskussion

Trag dich in unseren Newsletter ein und hole dir dein Gratis-Geschenk für Compassioner-Leser:


Das große Coaching Paket von Veit Lindau.
Sichere dir diesen wertvollen Leitfaden für ein erfülltes, glückliches Leben.

 

Wir schenken dir:
o 4 Audiovorträge mit Veit Lindau
o 1 Geführte Meditation
o Den Lebenskompass

Trag dich dazu hier ein:

 



* Mit der Eintragung bestätige ich die Informationen zum Datenschutz insbesondere nach §13 DSGVO zur Kenntnis genommen zu haben.

 

 

 

fan