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Willst du Recht haben oder glücklich sein?

Eine populäre Frage in der spirituellen Szene ist: „Willst du Recht haben oder glücklich sein?“ Es lohnt sich sehr, hier genauer hinzuschauen. Was macht dir langfristig das bessere Gefühl und was kann diese Frage ganz praktisch im Alltag für uns bedeuten?

In einem Seminar über wertschätzende Kommunikation habe ich diese Frage kürzlich meinen Kursteilnehmer*innen gestellt, da das folgende reale Praxisbeispiel aus einem Unternehmen zu einer Diskussion über Verantwortlichkeiten geführt hatte.

Ein Fall aus der Praxis:

Die Sichtweise der Mitarbeiter*innen

Wie in jedem Jahr gab es extrem hohe Umsatzerwartungen seitens der Geschäftsführung, die zunächst kaum erfüllbar erschienen, am Jahresende dann aber sogar übertroffen wurden.

Aufatmen bei den Mitarbeiter*innen. Stolz warteten sie auf ein Zeichen der Anerkennung durch ihre neue Chefin, die seit einigen Monaten die Abteilung leitete. Von ihrem bisherigen Chef waren sie gewohnt, vor Weihnachten in einer Rundmail für besondere Leistungen gewürdigt zu werden.

Aber das Lob blieb aus, die neue Chefin stumm. Da sie alle in ganz Deutschland verstreut arbeiteten, ergab sich zum Jahresende auch keine Gelegenheit mehr für ein zufälliges Gespräch mit ihr. Die Mitarbeiter*innen gingen frustriert in den Weihnachtsurlaub mit dem Gefühl, ständig zu Hochleistung getrieben zu werden, die nun kommentarlos als Selbstverständlichkeit verbucht zu werden schien. Für sie ein Zeichen von Ignoranz oder mangelnder Wertschätzung seitens „der Neuen“. 

Nachvollziehbar? Ja!

Die Sichtweise der neuen Chefin

Sie hatte bislang nur eine kleine Abteilung geführt bevor ihr im Herbst die Verantwortung für weitere, größere Abteilungen übertragen wurde, was ihr eine intensive Einarbeitung in komplett neue Themengebiete abverlangte. Sie fühlte sich zunächst überfordert, bis sie erleichtert registrierte, dass die Umsatzziele am Jahresende erreicht wurden. Aufatmen.

gluecklich-seinDennoch war sie von ihrer Einarbeitung in die neue Rolle und den Turbulenzen im Jahresendspurt derart absorbiert, dass es ihr einfach nicht in den Sinn kam, die Mitarbeiter*innen umgehend wissen zu lassen, dass sie den Erfolg registrierte und großartig fand. Von der Tradition der Weihnachts-Dankes-Mail wusste sie nichts. Sie war es gewohnt, Anfang des neuen Jahres im Rahmen der jährlichen Mitarbeitergespräche jeden Beitrag einzeln und im persönlichen Gespräch zu würdigen. Erleichtert ging sie in den Weihnachtsurlaub.

Nachvollziehbar? Ja!

Die Sichtweisen treffen aufeinander

Anfang des kommenden Jahres führte die Führungskraft das Mitarbeitergespräch mit der zuständigen Teamleitung dieses so erfolgreichen Bereiches. Die Teamleitung warf ihrer Chefin mangelnde Wertschätzung vor und machte die versäumte Mail dafür verantwortlich, dass die Stimmung und Leistungsbereitschaft im Team seither kontinuierlich sinke. 

Unsere Führungskraft war ehrlich betroffen. Standen doch Werte wie Wertschätzung und Anerkennung ganz oben auf ihrer Liste. Sie bedauerte aufrichtig ihr Versäumnis, sich zeitnah zu äußern.

Was sie allerdings noch weitaus betroffener machte, war die Tatsache, dass weder die Teamleitung noch all die anderen Mitarbeiter*innen ihr einen Hinweis gegeben hatten, dass ihnen etwas fehlte, obwohl sie immer ein offenes Ohr für deren Anliegen zeigte. 

Selbstverständlich sah sie es in ihrer Zuständigkeit und Verantwortung als Führungskraft, die verdiente Anerkennung auszusprechen. Dennoch hätte ein kleiner Tipp ihr die Chance gegeben, die Lage klarer einzuschätzen und auf ihre Weise zu reagieren.

„Willst du Recht haben oder glücklich sein?“ Die Teamleitung hatte gewählt, nichts zu sagen, sondern zuzusehen, wie die Stimmung kippt. Anerkennung war schließlich Sache der Führungskraft. Damit sah sie sich im Recht. Die viel entscheidendere Frage ist jedoch: hat sie dieses Beharren auf ihrem Standpunkt glücklich gemacht? Nein. Sie war frustriert, ihre Kolleg*innen waren frustriert – und schließlich auch die Führungskraft. Eine Chance das Miteinander gemeinsam zu gestalten blieb ungenutzt.

Im Recht zu sein ändert eben nichts an der Realität, wenn diese anders aussieht als gewünscht.

Glücklicher wären alle Beteiligten vermutlich geworden, hätte irgendwer seitens der Betroffenen eine Brücke gebaut und auf die Stimmung im Team hingewiesen. 

Denn wenn man die Sichtweise beider Seiten betrachtet, wird deutlich, dass Anerkennung für alle einen wichtigen Wert darstellt, den sie miteinander teilen. Was unvereinbar schien, war lediglich die unterschiedliche Vorstellung davon, wann und in welcher Form diese Anerkennung zu erfolgen habe.

Im Seminar haben wir daraufhin die Frage diskutiert, wo unsere Verantwortung anfängt und wo sie aufhört. Wann Standfestigkeit und wann Flexibilität gefragt ist.

Unser Fazit war:

  • Wir sind nicht nur für das verantwortlich, was wir tun, sondern auch dafür, was wir nicht tun. In unserem Fall sind alle Beteiligten verantwortlich für die Konsequenzen ihres Schweigens an entscheidender Stelle.
  • Wir können durch die Brille der Zuständigkeiten auf die Dinge schauen, dann können wir uns auf unser Recht berufen, wenn andere ihren Zuständigkeiten nicht nachkommen. Oder wir können durch die Brille dessen schauen, wofür wir uns (mit-)verantwortlich fühlen, wie z. B. für das Betriebsklima, für unser Verhältnis zu unseren Chefs und Kolleg*innen. Wenn glücklich sein für uns bedeutet, gute und tragfähige Beziehungen zu unseren Mitmenschen zu leben und ein gutes Klima zu schaffen, dann empfiehlt sich die zweite Brille.
  • Wenn uns wichtige Werte klar sind (wie z. B. Anerkennung), dann gilt es, diesen Werten gegenüber standfest und treu zu bleiben. Es hilft aber beim glücklich sein, wenn wir in der Form flexibel bleiben können, z. B. indem wir uns mit anderen darüber verständigen, auf welche Art und Weise diese Werte jeweils in der Praxis umgesetzt werden. 

wie-kann-ich-gluecklich-seinDas Hauptfazit aber war: Anderen rechtzeitig die Hand zu reichen macht langfristig glücklicher als nachträglich mit dem Finger auf sie zu zeigen. 

Herzlich, Katja Lutz-Deklerk

Coaching und Training für achtsame (Selbst-)Führung

Kontakt: katja@lutz-deklerk.de

Kleine Achtsamkeitsfragen für dich:

  • Gibt es gerade eine Situation, in der du dich im Recht fühlst und durch das Beharren auf deiner Meinung nicht glücklich wirst?
  • Wo und wie könntest du ein wenig flexibler reagieren, um dir deine Bedürfnisse besser zu erfüllen ohne dabei deine Werte zu verraten?
  • An welcher Stelle wäre es sinnvoll, anderen deine Hand zu reichen, bevor das „Kind in den Brunnen fällt“?

Wir freuen uns auf deinen Kommentar!

Hier findest du alle Artikel von unserer wunderbaren Expertin für achtsame Selbstführung


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