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Wir sind alle miteinander verbunden

Kennst du das, das du schnell mal in der Verurteilung „der Anderen“ bist und dich entweder über den Anderen, oder sogar auch unter den Anderen stellst? Beides ist möglich. Entweder wir denken „ich würde das viel besser machen als der Andere und er ist halt noch nicht soweit“, oder wir tendieren dazu uns drunter zu stellen und bewundernd aufzublicken – je nach Egostruktur.

Das führt letztlich dazu, dass wir uns trennen von dem, was uns ansonsten verbinden würde. Wir glauben, wir hätten nichts mit der Sache, dem Geschehen oder der „Welt des Anderen“ zu tun. Leider ist das ein Irrglaube, denn wir sind immer mit Allem verbunden. Das beginnt im Kleinen und geht bis zum gesamten Weltgeschehen. Auch hier bringt es wenig, zu glauben, es hätte nichts mit jedem Einzelnen hier auf Erden zu tun.

Ich erlebte das gerade im Kleinen noch mal sehr intensiv. Mein engster Freund und Vertrauter, der zugleich auch einer meiner Exfreunde ist, hat seit einiger Zeit eine neue Freundin und ich wünschte mir, auch mit ihr ein gutes Verhältnis zu haben. Schließlich möchte ich, dass mein Exfreund glücklich ist und habe mich für ihn gefreut, dass er endlich eine so tolle Frau gefunden hat, mit der er gerne sein mag. So nahm ich Kontakt mit ihr auf, um sie kennenzulernen und auch ihr die Möglichkeit zu geben, mich nicht nur aus Erzählungen zu kennen, sondern wirklich mal zu treffen.

Unser Treffen war toll, offen, liebevoll und fröhlich. Wir stellten einige Gemeinsamkeiten fest und beschlossen uns recht bald zu viert zu treffen, um mal als Paar etwas zusammen zu unternehmen.
Die Zeit verging und durch unseren Umzug nach Berlin und vielerlei Neuerungen in unserem Leben, kam ein gemeinsames Treffen zunächst mal leider nicht zustande. Interessanterweise schwang mehr und mehr die Stimmung seiner neuen Freundin mir gegenüber um und ich konnte nicht verstehen, wie das zustande kam.

Sie fühlte sich vernachlässigt von meinem Exfreund und hatte mehr und mehr das Gefühl sie würde eine zu geringe Rolle in seinem Leben spielen. Ich konnte das nicht verstehen, weil unser Kontakt sehr eingeschränkt war, durch die neue Beziehung mit ihr und unseren Umzug nach Berlin und ich merkte wie ich immer weniger die Reglementierungen, die sie aufzustellen begann, hinsichtlich unserer Freundschaft nachvollziehen konnte.

Fronten begannen sich zu verhärten. Ich merkte, wie ich immer mehr zu urteilen begann und mich teilweise über sie und ihr Verhalten stellte. Es ging mir schlecht damit, dennoch war ich weniger und weniger bereit mit ihr zu kommunizieren, das aufzulösen, einen weiteren Schritt auf sie zuzugehen. Mein Ego galoppierte mit mir davon. Aus einer Mücke wurde ein Elefant. Kennst du das?

Irgendwann geht es gar nicht mehr wirklich darum, dass wir eine friedliche Lösung anstreben wollen, weil so viel Eigenes sich mit einspielt, hineinfließt. Eigene Verletzungen, eigene Erlebnisse.

Ich fühlte mich an meine sehr dominante Mutter erinnert, bei der ich nie wusste, was als nächstes kommen würde. In der einen Sequenz war sie freundlich und friedlich, in der nächsten flippte sie völlig aus, beschimpfte uns wüst und gab uns an vielen Dingen „die Schuld“.

Ein weiteres schönes Konzept von uns Menschen, dem wir alle von Zeit zu Zeit einmal wieder erliegen! Er ist schuld! Wie leicht ist das gesagt! Sie ist schuld, wie schnell kommen wir zu diesem klaren Schluss! Irgendwann fragte ich mich, ob das wirklich sinnvoll ist. Ob das wirklich das ist, was ich will!

Mein Körper reagierte heftig, wenn ich nur an sie dachte, ich zog mich sehr zurück, war bereit die Freundschaft zu meinem, einst engsten Vertrauten einfach aufzugeben, mich zu verbarrikadieren hinter meiner Schutzwand, die ich aufgebaut hatte. Ich nahm wahr, dass ich mich trotz des Gefühls, ich hätte nichts mehr mit alledem zu tun und meiner Entscheidung, nun den Kontakt zu beiden abzubrechen, nicht frei fühlte. Im Gegenteil. Ich fühlte mich sehr unfrei.

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Fotolia.com / Matthias Enter

Wir lösen durch Nichtkommunikation, durch ein „nicht hinschauen“ das Thema nicht. Wir lösen durch die Anklage der Anderen nicht unseren Anteil an der Geschichte. Und wir haben immer alle einen Anteil an der Geschichte! Ob wir das auf uns und unsere Familie, unsere Umwelt, unseren Job, unsere vergangenen Beziehungen oder auf das gesamte Weltgeschehen umlegen, wir haben immer auch selbst einen Anteil daran!

Es gibt immer zwei Seiten der Geschichte und jeder der Beteiligten hat sehr gute und sehr nachvollziehbare Gründe genau so zu reagieren und sich wiederum hinter seiner Schutzwand zu verbarrikadieren! Kannst du dich dafür öffnen und dir für einen Moment vorstellen, dass das so sein könnte, dass der Andere ebenso recht hat wie du selbst!?

Sogar der Terrorist kann seine Sicht der Dinge ganz sicher darstellen und er steht sehr klar hinter seiner Weltansicht, die sein Verhalten sogar rechtfertigt. Auch wenn das schwer nachvollziehbar für uns ist, fühlt auch er sich im Recht. Ich weiß, dass das zu konträren Gefühlen und Gedanken führen kann und auch mir fiel es sehr schwer, mich dafür zu öffnen.

Ich empfehle von Herzen dazu, einer unserer liebsten Lehrerinnen Byron Katie, zu lauschen. Sie hat dort einige „works“ zum Thema Terroristen gemacht und aufgenommen und ich war sehr berührt, weil ich feststellen durfte, dass auch in mir ein kleiner Terrorist war, der den Terroristen auf ähnliche Art begegnen wollte, zumindest innerlich.

Das war in keinster Weise besser oder reflektierter ehrlich gesagt und ich konnte viel, viel Angst, Wut, Ohnmacht und Unsicherheit in mir entdecken, so wie sie sicherlich auch in jedem Terroristen steckt.

Wohlwissend all dieser Hintergründe und Gefühle in mir, beschloss ich über meinen Schatten zu springen und die Freundin meines Exfreundes anzurufen. Mein Herz pochte, mein Körper vibrierte, ich spürte unglaublich viel Angst vor Ablehnung und vor Konfrontation. Dennoch wusste ich, dass es die einzige Chance für mich sein würde, wirklich wieder frei zu sein.

Durch das Aufrecht erhalten all des Unfriedens in und um uns herum, vergiften wir uns letztlich nur selbst. Wir tun uns selbst nichts Gutes damit. Wir erhalten und stärken so nur unsere eigene alte, eingefärbte Brille, die wir aufhaben. Wir nähren unsere eigene Egogeschichte und Vergangenheit, halten sie dadurch aufrecht und nähren zudem noch unseren Schmerzkörper.

Das Telefonat war sehr augenöffnend. Ich konnte sie gut verstehen und wir sprachen uns offen und ehrlich aus. Nun bringt der Kopf vielleicht tausend weitere gute Argumente, warum das bei dir und deiner Situation nicht so gehen wird oder du versagt hast – ich sage dir, es liegt an dir und der Art wie du auf diese Person zugehst. Es liegt auch an dir!

Es liegt an dir, wie du allem um dich herum begegnest. Es liegt daran, ob du dir selbst erlaubst, den anderen zu sehen, mit seiner Seite der Medaille, mit seiner Brille, mit seiner Wahrnehmung. Es liegt maßgeblich daran, ob du innerlich bereit bist anzunehmen, dass du nicht alleinig richtig warst, vielleicht sogar nicht recht hast – oder hattest und bereit bist, zu verzeihen! Dir selbst zu verzeihen und dem Anderen.Kurzprofil

Wir sind verbunden, wir sind alle egogesteuert, keiner von uns ist besser oder schlechter. Wir selbst gehen in die Trennung, in die Verurteilung und sind doch letztlich alle miteinander verbunden und es geht uns allen besser, wenn wir bereit sind, die Sicht des Anderen ebenfalls da sein zu lassen!

Dazu möchte ich dich heute einladen!

Liebe Grüße

Christina und Walter

https://www.facebook.com/deinherzueberkopf

 

 

(Titelbild: Fotolia.com / Photocreo Bednarek)

 

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