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Wut: So nutzt du sie als kreative Kraft

Wut hat oft ein schlechtes Image, doch ist sie auch Antriebskraft für Neues und der Anfang vieler guter Ideen. Nutzen wir ihre Energie können wir uns selbst behaupten und stehen für unsere Bedürfnisse und Wünsche ein. Sie ist eine Ressource, die wir für unseren kreativen Ausdruck nutzen können. Ich möchte hier ein positives Licht auf die Emotion Wut werfen. Am Ende meines Blogbeitrages findest du Inspirationen, wie du Wut für deinen kreativen Ausdruck positiv nutzen kannst.

Wann hast du dich das letzte Mal so richtig geärgert?

In deinem Alltag gibt es sicherlich immer wieder Situationen, die dich so richtig ärgern: Ein unbedachtes Wort deines Partners nach einem stressigen Tag oder vielleicht der Kollege, der seine dreckige Kaffeetasse schon wieder nicht weggeräumt hat. Es gibt jeden Tag viele Dinge, über die wir uns ärgern.

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Unser Alltag steckt voll mit Situationen, die unsere Wut triggern

Wie gehst du damit um?

Es gibt sehr viele verschiedene Strategien mit Ärger und Wut umzugehen. Viele Menschen fressen ihren Ärger in sich hinein und explodieren irgendwann in einer unpassenden Situation. Andere verschaffen sich Luft, indem sie ihrem Ärger freien Lauf lassen. Aber es gibt es auch Menschen, die ihre Gefühle konstruktiv nutzen, um Dinge voranzubringen. In meiner Arbeit als Mediatorin begegnen mir sehr häufig Konfliktsituationen, in denen Ärger sehr lange unter den Teppich gekehrt wurde. Gerade im Arbeitsalltag versuchen wir die Haltung zu bewahren und sprechen nicht direkt über Dinge, die uns stören. Wir gehen lieber über unsere Bedürfnisse hinweg, als dass wir eine Konfrontation suchen. Wir “funktionieren” einfach.

Die Emotion “Wut”

Negative Emotionen, wie Wut, Hass, Ärger, Zorn oder Aggression, gibt es seit Beginn der menschlichen Existenz. Wut gehört neben Freude, Trauer, Angst, Scham und Ekel zu den sechs Grundemotionen, die Menschen besitzen. Frustration, Ungerechtigkeit, Menschen, die unsere Grenzen überschreiten, Enttäuschung, unangemessene Kritik, Verletzung des Selbstwertgefühls – führen meist zu Ärger.  Je mehr wir diesen sammeln kann eine Kombination aus Wut und Rachegedanken zu Aggression führen. Wut wird oft sehr negativ behaftet gesehen und mit Aggression gleichgesetzt. Es ist schwer, sie in den Arbeitsalltag zu integrieren. Dort möchten wir die Kontrolle behalten und Haltung bewahren. Die Psychologin Verena Kast sagt, dass Ärger grundsätzlich ein gesundes Gefühl sei. Dieser entstehe, wenn jemand über unsere Grenzen gehe oder nicht zulasse, dass ich meine eigenen Grenzen erweitere. Ärger hilft uns zu erkennen, wo in unserem Leben etwas nicht stimmig ist. Wir spüren Energie, um etwas zu verändern und für unsere eigenen Überzeugungen, Ziele und Bedürfnisse einzustehen.

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Unterdrückte Emotionen führen unweigerlich zu Aggressionen

Gefühle unterdrücken macht krank

Über Gefühle zu sprechen ist ein wichtiger Lernprozess in unserem Leben. Oft haben wir es nicht gelernt und befürchten als schwach oder unkontrolliert abgestempelt zu werden. In meinem Arbeitsalltag erlebe ich sehr oft eine Sprachlosigkeit, sobald es darum geht, über Gefühle und Bedürfnisse zu sprechen. Natürlich verschwinden unsere Gefühle nicht, nur weil wir sie nicht offen zeigen. Auch wenn wir uns das manchmal wünschen.  Es ist, als ob wir einen mit Luft gefüllten Ballon unter Wasser zu drücken versuchen. Dies ist sicherlich möglich, dennoch benötigen wir dafür sehr viel Energie und Aufmerksamkeit. Wenn wir unsere Gefühle unterdrücken, dann blockieren wir unsere Lebensenergie und können das Leben nicht in voller Intensität genießen.

 

Auf lange Sicht machen uns unterdrückte Gefühle krank.

 

Eigene Bedürfnisse hinter der Wut erkennen

Du ärgerst dich wieder über das rumstehende Dreck-Geschirr deines Partners oder der Kollegen? Es lohnt sich darüber nachzudenken, was hinter deinem Ärger stecken könnte. Unser Ärger kann uns Hinweise auf unsere Bedürfnisse geben, die wir auch konstruktiv nutzen können. Vielleicht ist der Ärger über die dreckige Kaffeetasse ein Zeichen, dass ich mir mehr Wertschätzung wünsche, anstatt den Dreck anderer wegzuräumen. Beispielsweise habe ich mich früher oft über Menschen geärgert, die in Meetings ständig reden, das Wort an sich reißen und im Mittelpunkt stehen. Irgendwann habe ich gemerkt, dass ich mir mehr Gehör und Aufmerksamkeit von meinen Kollegen wünsche. Ich habe angefangen, mir selbst mehr Gehör zu verschaffen. Seitdem ärgern mich Vielredner nicht mehr. Ich nehme mir ganz selbstverständlich den Raum, die Dinge zu positionieren, die mir wichtig sind.

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Oft verraten uns unsere Emotionen viel über versteckte Bedürfnisse

Die eigene Position nicht zu schnell aufgeben

Es ist wichtig, dass wenn wir erkennen, welche Bedürfnisse hinter unserem Ärger stecken, diese konstruktiv als Feedback oder Bitte zu formulieren. In meinen Workshops zur gewaltfreien Kommunikation stellen wir oft fest, dass Teilnehmer beim Formulieren ihrer Bitte sehr schnell die eigene Position verlassen. Jeder hat ein Recht auf seine Emotionen und Wahrnehmung und es ist wichtig, seine eigene Position nicht zu schnell aufzugeben. Wir können Bitten und Feedback konstruktiv formulieren, so dass wir mit unserem Gegenüber ins Gespräch kommen. Die Psychologin Verena Kast sagt, dass zwar auch ein klärendes Gewitter mal gut sei. Jedoch wenn es uns gelinge, den Ärger menschlich zu formulieren, dann hätten wir die größte Chance, dass man miteinander ins Gespräch kommt. Es geht darum, dass wir uns auf Augenhöhe begegnen. Vorwürfe enden oft in einem verbalen Schlagabtausch, der zu keiner Lösung führt. Je selbstverständlicher wir über Verhaltensweisen und eigene Wünsche und Bedürfnisse sprechen und auch einmal etwas Unbequemes ansprechen, umso schneller räumen wir Hürden und Blockaden aus dem Weg. Feedback stärkt das Vertrauen ineinander und führt zu einem sichereren Umgang miteinander.

Wut mal richtig rauslassen

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Wut kann man wunderbar mit künstlerischen Tätigkeiten wie Malen transformieren

 

Es ist auch sehr wichtig, die Wut im Bauch loszuwerden und dir Luft zu machen. Daher habe ich zum Schluss noch eine kreative Übung für dich zum Ausprobieren, um deine Wut „mal richtig rauszulassen“! In den letzten Jahren habe ich meinen Ärger immer wieder als kreative Kraft genutzt und diesen in meinen Bildern transformiert.

  • Suche dir ein ruhiges Plätzchen und lege Papier und Ölkreide zurecht
  • Stelle dir nun eine Situation oder eine Person vor, die dich so richtig wütend gemacht hat in letzter Zeit. Du kannst dabei die Augen schließen und in deinen Körper hineinspüren. Wo genau spürst du die Wut? Wie fühlt es sich an?
  • Nimm dir nun das Blatt Papier und die Ölkreiden und male deine Wut auf das Papier. Mit den Ölkreiden kannst du so richtig fest aufdrücken. Die Farben rot und schwarz eignen sich besonders gut. Eine meiner Klientinnen hat möglichst viele Ölkreiden auf einmal in die Hand genommen und dann drauf los gemalt. Das war richtig befreiend.
  • Im Anschluss kannst du deine Gedanken und Gefühle aufschreiben. Was hat sich im Prozess, des Malens geändert? Wie fühlst du dich?
  • Falls dir das nicht reicht, kannst du dir auch ein großes Blatt Papier an die Wand pinnen. Bereite dir eine Farbpalette mit rot und schwarz vor. Du kannst beispielsweise Acryl oder Gouache Farben nutzen. Nehme dir einen großen und dicken Pinsel. Dann lege los und bringe deine Wut auf das Blatt Papier.

Ich wünsche dir viel Spaß beim Ausprobieren und ganz viel Mut zur Wut!

Alles Liebe,
Katharina

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Über Katharina:

Katharina Kipp Mancebo ist Künstlerin, Coach und leidenschaftliche Problemlöserin. Sie hat es sich zur Aufgabe gemacht, Menschen dabei zu helfen, ihre ureigene innere Stärke und die richtige Balance zwischen Herz und Verstand wiederzufinden. Dafür verbindet sie klassische Coaching-Ansätze mit originellen, nonverbalen Medien und erprobten Kreativitätstechniken. Ihre Themenschwerpunkte sind Persönlichkeitsentwicklung, Achtsamkeit, Resilienz sowie Teamentwicklung und Konfliktberatung.

Mehr Informationen zu Katharinas Coaching-Angeboten findet ihr hier: www.kipp-coaching.com

Mehr über ihre kreativen Arbeiten erfahrt ihr hier: www.katharinakipp.de

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Du interessierst dich für weitere Artikel von Katharina auf Compassioner? Hier findest du mehr.

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Einen Artikel auf Katharinas Blog zum Thema “Feedback geben und nehmen” findest du hier.

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Katharinas Buchtipp für dich zum Thema “Ärger”:

Verena Kast, Vom Sinn des Ärgers, Anreiz zur Selbstbehauptung und Selbstentfaltung, Verlag Herder 2010

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