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Zellgedächtnis

Phänomen Zellgedächtnis – und wie es unterbewusst in dir wirkt

Gefangen in der eigenen Haut!? Unsere Zellen erinnern sich mittels Zellgedächtnis an Traumata und Erlebnisse, und lenken uns unbewusst – doch wie kommen wir raus aus unserer Haut?

Bis heute ist es wissenschaftlich nicht belegbar, aber für uns alle phänomenologisch erlebbar: das Phänomen Zellgedächtnis.

Mir stellte sich die Frage: Wenn kein organischer Befund nachweisbar ist, wo im Körper findet Psychosomatik eigentlich statt? Im Gehirn? Bilden wir uns alles nur ein? Sind wir gar nicht richtig krank, wenn wir psychosomatisch krank sind? Sind wir dann nur Hypochonder?

In unserer Gesellschaft gibt es immer noch nur sehr wenige positive und wertschätzende Begriffe im Umgang mit psychisch bedingten Krankheiten. Wir haben immer noch keinen liebevollen und achtsamen Umgang mit den Bedürfnissen unserer „nicht messbaren“ Seite gefunden. Wie oft gehen wir über unsere inneren Bedürfnisse hinweg, wie z.B. den Wunsch nach einer erfüllenden und sinnstiftenden Arbeit oder nach einem herzlichen und liebevollen Umgang miteinander. Wie oft denken wir: „ Ach, ist doch nicht so wichtig!“ Doch auf Dauer entstehen genau dadurch innere Konflikte, die schließlich beginnen, uns krank zu machen.

Das Zellgedächtnis merkt sich alles

Im Gegensatz zu unserem Kopf, der unsere Bedürfnisse beiseite schieben kann, vergisst unser Zellgedächtnis nichts. Alle Erfahrungen und Erlebnisse – egal ob gut oder schlecht – werden im Körper, sprich in den Muskeln, Knochen, Organen und im Bindegewebe gespeichert.

Dass wir ein Zellgedächtnis haben, zeigt sich beispielsweise daran, dass wir oftmals nicht aus unserer Haut rauskommen.

Erlebbar wird das Zellgedächtnis, wenn wir z.B. einen Geruch aus unserer Kindheit in die Nase bekommen. Jeder kennt das: Es tauchen nicht nur Bilder auf, sondern oft auch Gefühle oder  Stimmungen. Oder du erzählst einer Person eine Geschichte, die dich sehr bewegt hat. Dabei spürst du dieselbe innere Aufregung oder Berührtheit in deinem Körper, wie im Moment des Ereignisses selbst, auch wenn es schon viele Wochen oder sogar Jahre zurückliegt.

Wir erleben Ereignisse auf verschiedenen Ebenen:

  • Kognitiv: Gesprochenes nehmen wir auf der kognitiven Ebene wahr – wir setzen uns inhaltlich mit einem Thema oder Konflikt auseinander.
  • Emotional: Wir erleben eine bestimmte Stimmung oder Atmosphäre. Sie kann z.B. ein „Bauchgefühl“ auslösen und wir erleben so etwas wie Erfolg, Wohlgefühl, Liebe und Verbundenheit oder ein Spannungsfeld, Unsicherheit, seelische Ungeborgenheit und Unverstandensein.
  • Umgebung: Temperatur, Raum, Licht.
  • Körper: Wir nehmen z.B. eine bestimmte Körperhaltung ein.

Wir alle kennen das. Unsere Körperhaltung, aufgerichtet oder gebeugt, um nur ein ganz einfaches Beispiel zu nennen, beeinflusst unsere Wahrnehmung und sogar unser Denken.

Wenn wir aus unserer Haut nicht raus kommen

ZellgedächtnisEin gutes Beispiel dafür, wie das Zellgedächnis uns ganz unbewusst beeinflusst und lenkt, ist die Geschichte einer Patientin von mir: Sie steht bis heute stramm. Aufgewachsen ist sie unter schwierigen Bedingungen. Das einzige, was für ihre Mutter zählte, war Leistung. Sie hat ein sehr ausgeprägtes HWS–Syndrom, sprich eine sehr verspannte Nacken- und Schultermuskulatur. Eine ihrer schwierigsten Übungen war es, nach einer entspannenden Körperarbeit nicht sofort wieder in ihre „Stramm-Steh-Haltung“ zurückzukehren, sondern sich z.B. erstmal auf dem Stuhl anzulehnen. Es erschien uns so, als würde sie, sobald sie aus der liegenden Position aufstand, ihren ganzen „Rucksack“ voll innerem Druck und Verantwortung einfach wieder überstreifen – einfach so – ganz unbewusst – wie eine gute alte Jacke!

Und im Grunde geht es uns allen so. Die meisten Erlebnisse und Erfahrungen, die in unserem Zellgedächnis gespeichert sind, sind vollkommen unbewusst Teil unseres eigenen Selbstbildes. Sie wirken stetig aus unserem Unbewussten – so lange, bis wir sie erforschen und anfangen, sie uns bewusst zu machen.

Sie treiben uns an, lassen uns stramm stehen, machen uns klein und unglücklich oder sorgen dafür, dass wir uns aus lauter Gewohnheit dauernd übernehmen oder in die „Falschen“ verlieben – weil wir es nicht besser gelernt haben. Die Heilung solcher tief sitzender Muster braucht immer beides: Die „Neuordnung“ der Denkgewohnheiten und die „Erlösung“ des Zellgedächtnisses.

Wie können wir uns diesem unbewussten Erinnerungsspeicher annähern?

Einem Gegenüber zu erzählen, was los ist, die Beschwerden oder die Situation zu beschreiben, ist ein guter Einstieg. Während erzählt wird, kann die bestimmte Atmosphäre wieder entstehen, Gefühle können hochkommen und wenn du aufmerksam in deinen Körper hinein spürst, wirst du möglicherweise bemerken, dass sich  deine  Atmung und deine Körperhaltung verändert haben.

Atmung als Vermittler

Das wichtigste „Vehikel“, um mit unseren tieferen Schichten Kontakt aufzunehmen, ist jedoch unsere Atmung. Sie verbindet Kopf und Körper. Das besondere an der Atmung ist, dass sie die einzige Körperfunktion ist, die wir auch bewusst beeinflussen können.

Bewusste Atmung kann uns helfen, auf eine wohlwollende Weise Kontakt mit unserem Unbewussten aufzunehmen.

Durch das Vertiefen der Atmung entspannt sich unser Bewusstsein und öffnet sich leichter für innere Bilder und unsere Intuition. Wenn wir z.B. in ein bestimmtes Symptom „hineinatmen“, spüren wir in der Regel zunächst das Symptom bzw. den Schmerz deutlicher. Wenn wir an dieser Stelle nicht zurückweichen, sondern ganz wohlwollend und neugierig – wie ein Wissenschaftler – weiteratmen, kann sich diese Stelle wieder entspannen. Vielleicht tauchen auch innere Bilder auf oder Gefühle kommen hoch, die du schon vorher mit diesem Symptom in Verbindung gebracht hast.

Die Begegnung mit deinem Zellgedächtnis

Wenn du es zu Hause einmal ausprobieren willst, schreibe eine besonders knifflige Situation auf und beobachte dabei, was mit deinem Körper passiert:

  • Was passiert mit der Atmung?
  • Wie verändert sich deine Körperhaltung?
  • Was passiert mit deinen Händen?
  • Welchen Gesichtsausdruck hast du?
  • Wie stehen deine Füße auf dem Boden?
  • Taucht dein Symptom wieder auf oder wird es stärker?

Wenn du diese ganz kleinen oder auch großen Veränderungen wahrnimmst, können sie dir bereits Hinweise geben auf deinen inneren Konflikt, der zu deinen Beschwerden geführt hat.

In der Körperorientierten Psychotherapie schlagen wir ganz bewusst und wohlwollend eine Brücke zwischen Kopf und Körper. Der Unterschied zum „Selbst ausprobieren“ ist, dass wir in diesem sicheren Raum noch einige Schritte weitergehen können. Denn es ist eine zweite Person da, die alles hält und den Prozess führt, sodass sich der Klient voll einlassen kann. Durch bewusstes Vertiefen der Atmung, Berührungen oder festen Druck nehmen wir Kontakt auf mit den Erinnerungen, die im Körper gespeichert sind.

Der bewusste Kontakt

ZellgedächtnisDurch achtsames Atmen z.B. in den schmerzhaften Bereich können wir das Empfinden deutlicher und stärker werden lassen, um besser und klarer spüren zu können, was an dieser Stelle in unserem Körper eigentlich los ist: Wie fühlt es sich an? Eng oder weit? Ist der Bereich warm oder kalt? Kann sich der Bereich durch die Atmung wieder ein wenig mehr ausdehnen und entspannen? Oder nimmt die Spannung erstmal zu? Tauchen Gefühle auf, die mit der Ursprungssituation zu tun haben?

Wir gehen bewusst in Kontakt mit dem, was wir vorher zu oft verdrängt haben. Diese Art der Verdrängung ist ein unterbewusster „Hilfsmechanismus“, der immer dann greift, wenn wir in der Ausgangssituation so schnell keine sinnvolle Lösung für unseren inneren Konflikt finden können.

Alles, was sich an Bildern, Gefühlen oder Impulsen zeigt, ist willkommen und richtig. Bei dieser Arbeit gibt es kein Falsch, keine Bewertung, keinen Richter, der sagt, was richtig ist und was falsch. Auch ein „Nein“ , „keine Lust“ oder „gar nichts“ zu fühlen ist richtig und kann der nächste Schritt auf dem Weg zu Erkenntnis und Heilung sein. Es geht darum zu fühlen, was sich zeigt – wertfrei und wohlwollend. Die Seele ist immer ehrlich und klar, die Weisheit des Körpers trickst nicht.

Nachnähren

Eine ganz besondere Qualität der Arbeit mit dem Körper ist die Möglichkeit des Nachnährens. Nachnähren bedeutet, dem Körper den Halt oder die Unterstützung zu geben, die er damals in der kritischen, auslösenden Situation gebraucht hätte. Das kann eine Unterstützung im Rücken sein oder, in einem Moment, in dem tiefe Gefühle hochkommen, einfach eine Hand zu halten oder sogar ein liebevolle Umarmung.

Meine Patientin mit dem angespannten Schulter–& Nackenbereich z.B. durchlief anfangs eine Phase, in der der Druck auf den Schultern nicht fest genug sein konnte.

Durch den festen Druck konnte sich die angestaute Spannung in den Muskeln und im Bindegewebe lösen. Danach begann eine Phase, in der sie Entspannung durch Halt erfuhr. Sie bekam Halt von mir, indem ich an verschiedenen Stellen ihres Körpers einfach meine Hände mit klarem festen Druck auflegte bzw. mit einer klaren festen Massage die Spannung aus ihrem Körper ableitete. Als Abschluss konnte sich ihr Nacken lösen, indem ich ihn lange und ganz entspannt hielt.

Die Arbeit mit dem Zellgedächnis erlebe ich als sehr nachhaltig wandelnd und stärkend. Auch wenn die Wissenschaft immer noch ihre Schwierigkeiten hat, die Existenz zu beweisen, sollten wir damit arbeiten. Natürlich ist die Grenze zwischen Körper und Seele fließend und wirklich schwer zu ermitteln. Diese Betrachtungsweise, uns als Körper, Seele und Geist zu sehen, ist nur ein Modell, um unsere Komplexität und die Zusammenhänge zu verstehen. Deshalb ist es schön, wenn wir alle noch stärker den Zugang zu unserer eigenen Intuition und unserem Bauchgefühl pflegen und dadurch – im wahrsten Sinne des Wortes – mehr Selbstvertrauen bekommen.

Deine Anette Droege

www.anette-droege.de

Anette ist Heilpraktikerin mit einer Fachpraxis für Burnout-Therapie und Psychosomatik.

 

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