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Zwei Dinge, die Alleinerziehende immer brauchen

Die meisten Alleinerziehende sind in einem Dauerkampf verstrickt.  Dr. Alexandra Widmer arbeitet als Ärztin, Psychotherapeutin und Autorin. Sie hat alltagstaugliche Hilfen für Ein-Eltern-Familien entwickelt und dabei ihre persönlichen Erfahrungen mit psychologischem Fachwissen neu kombiniert.  In dem heutigen Gastartikel möchte Sie allen alleinerziehenden Menschen Mut machen, mit dem Kämpfen aufzuhören und sich das zu holen, was sie wirklich unterstützt.

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Als ich vor einigen Jahren das erste Mal das Wort „alleinerziehend“ googelte, fand ich fast nichts zu diesem Thema.

Obwohl nicht ganz. Ein paar Anwälte, die einen versprachen schnell und teuer die Scheidung über die Bühne zu bringen oder soziale Vereine, die Hilfe versprachen.

Doch irgendwie fand ich das extrem unbefriedigend.

In meiner täglichen Arbeit als ärztliche Psychotherapeutin durfte ich erfolgreichen Managern zeigen, wie sie wieder auf sich achten durften, um weiter zu funktionieren.

alleinerziehende

Eine alleinerziehende Mutter beziehungsweise einen alleinerziehenden Vater sah ich nie in der Praxis.

Die waren „stark“ und meinten den Alltag mit Kind allein meistern zu können.

Dabei zeigen schon die wenigen Studien ein anderes Bild. Das Risiko einer alleinerziehenden Mutter und Frau an einem Burnout oder eine Depression zu erkranken, ist signifikant erhöht im Vergleich zu Frauen in „heilen“ Familien.

Diese Tatsache bemerkte ich bei mir selbst und den vielen anderen Alleinerziehenden, die über Jahre tagtäglich alles leisten.

Obwohl ich über soviel Wissen verfügte, was mir gut tut oder was auch nicht, war ich im ersten Jahr nach der Trennung total erschöpft.

Ich beobachtete um mich herum, wie die meisten Alleinerziehenden ohne zu wissen, was sie tun könnten, ihre Gesundheit vernachlässigten.

Meine Wut über diese Entwicklung sorgte dafür, dass ich im April 2014 das Projekt „Stark und alleinerziehend“ gründete.

Und nun kommt es:

Das Wort STARK wird regelmässig falsch verstanden. Ich bekomme solche Mails wie:

„Warum jammert ihr denn so rum? Ihr schreibt doch, ihr seid stark.“

Ich möchte diesen Artikel nutzen, nochmal sehr deutlich darauf hinzuweisen, was ich darunter verstehe und was du davon hast.

STARK bedeutet für mich aus psychologischer Sicht NICHT dauerhaft im Kampf zu sein und durchzuhalten, bis man wie ein Zombie durch den Tag hetzt.

sondern….

Stark und alleinerziehend heisst, die Stärke und den Mut zu haben, sich Hilfe zu holen und nicht dem Irrglauben zu unterliegen, es gesund allein schaffen zu können.

Um mit den vielen alltäglichen Herausforderungen umgehen zu können ist es essentiell, innerlich gerüstet zu sein.

Denn nur wenn wir innerlich wieder an uns glauben und gut mit uns sind, haben wir das Rüstzeug, uns den vielen Ungerechtigkeiten im Außen zu stellen.

Natürlich ist es ätzend, dass es steuerliche Benachteiligungen gibt und natürlich ist es ätzend, dass es so schwierig ist, als Alleinerziehende einen Job zu finden. Und natürlich ist es ätzend, dass wir nicht wissen, von was wir im hohen Alter leben sollen.

Ja, das sehe ich genauso UND gebe mich damit aber nicht zufrieden. Weil ich fest davon überzeugt bin, dass auch die Alleinerziehenden, die trotz aller Umstände es schaffen, an ihrer innerer Stärke zu arbeiten, eine weitere Chance bekommen. Doch dazu benötigen wir in dieser Lebensphase mehr denn je andere Menschen und zwei Dinge bzw. Hilfen:

Was Alleinerziehende wirklich brauchen:

1. praktische Hilfe: Wie z.B. ein Freund, der einem einmal die Woche die Wasserkisten in die Wohnung trägt oder eine Patin, die das Kind regelmäßig die Woche aus der Schule abholt.

2. emotionale Hilfe: Menschen, die dir auf verschiedene Weise zuhören. Einmal die Freunde, die mit dir fühlen. Und das andere Mal die professionellen Helfer, die mit ihren Blick von Außen Dinge sehen, für die wir oft blind sind. Egal ob Sozialberater, Coach, Therapeut, Pfleger, Seelsorger oder Arzt.

Das was mich wirklich antreibt, für alle die  alleinerziehenden Frauen und Männer zu schreiben, ist mein Traum, die Zahl derer zu reduzieren, die erschöpft und niedergestimmt über Jahre mit ihren Kindern allein leben.

Das darf so nicht weitergehen und wir brauchen Unterstützung ab Tag 1 nach der Trennung. Praktisch und emotional.

Dafür werde ich weiter eintreten!

Warum ich der Meinung bin, dass ein dauerhafter Kampf uns schadet und wie ich vorgegangen bin, kannst du  in meinem Buch  lesen.

Mich interessiert deine Meinung und ich freue mich über deinen Kommentar.

Alles Liebe und Gute Alexandra Widmer

www.starkundalleinerziehend.de


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