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Be better together – Wie Frauen sich in Netzwerken gegenseitig unterstützen können

Wenn Frauen sich in Netzwerken zusammentun und sich gegenseitig unterstützen, können ungeahnte Kräfte entstehen. Im heutigen Gastartikel schreibt die Autorin Isabel Falconer über die Vorteile, die sich auf allen Ebenen ergeben,  wenn sich Frauen verbünden. Vielleicht können wir dich hier heute einladen, dich als Frau mit anderen stark zu machen.

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„There is a special place in hell for women who don’t help other women“ – Madeleine Albright weiß, wovon sie spricht. Als ehemalige Außenministerin im Kabinett Clinton kennt sie die Glasdecken, die Frauen durch Männerseilschaften den Aufstieg erschweren. Sie kennt aber auch die Mechanismen von Frauen untereinander, die dieses ungleiche Geschlechterverhältnis in Politik und Wirtschaft aufrecht erhalten.

In Zeiten, in denen ein Mann trotz (oder wegen?) seiner sexistischen Sprüche amerikanischer Präsident werden kann, ist es  umso wichtiger, dass wir Frauen endlich für gleichberechtigte Teilhabe sorgen und uns unterstützen.

Unser Stück vom Kuchen abbekommen. Aber auch unseren Teil der Verantwortung tragen.

Ein Gutes hat die Unverfrorenheit Trumps: es ist mächtig Gegenbewegung im Gange. Seine diskriminierenden Äußerungen haben dazu geführt, dass sich ein breiter Widerstand formiert hat. Einen Tag nach seiner Amtseinführung im Januar 2017 fand mit dem Women’s March ein breiter Protestmarsch statt. Die erklärte Mission: Gesellschaftlichen Wandel durch politische (und wirtschaftliche) Teilhabe von Frauen herbeiführen. Den Protesten schlossen sich viele Prominente wie Cher, Julianne Moore und Katy Perry an.

Jede Frau ist schon mal mit sexueller Belästigung in Kontakt gekommen

So unschön der Anlass ist, es ist gut und richtig und wichtig, dass wir Frauen Zusammenhalt und gegenseitige Solidarität zeigen. Dass wir endlich unseren Mund aufmachen, uns gegenseitig unterstützen und uns entschieden gegen Diskriminierung, Sexismus und Gewalt stellen. Dass wir uns verbünden und gegenseitig zeigen: „Du bist nicht allein.“ So, wie es bei der #metoo-Aktion 2017 geschehen ist.

Die Reaktionen darauf fielen zwar unterschiedlich aus, doch wer sich durch die Kommentarspalten kämpfte, konnte Erstaunen, gar Entsetzen feststellen: das Ausmaß, wie viele Frauen von sexueller Belästigung und sexueller Gewalt betroffen sind und die damit einhergehenden Auswirkungen auf ihr Leben wurden durch die Hashtag-Aktion überdeutlich. Jede Frau ist damit schon einmal in Berührung gekommen; direkt als selbst Betroffene. Oder indirekt als Freundin, Bekannte oder Familienmitglied einer Betroffenen.

Frauen mit Kampfgeist

unterstützen-frauenWir brauchen diese starken und vor allem prominenten Frauen und ihren Kampfgeist. Ihre Stimme hat ein Gewicht, für das wir Normalsterblichen sehr lange sehr laut schreien müssten. Wir brauchen die Vorbilder, die zusammen mutig gegen Ungerechtigkeiten, gegen Diskriminierung, Gewalt und ein elitäres System einstehen, das auf dem Rücken vieler einige wenige protegiert und übervorteilt.

Sie dienen uns als Beispiel und als Erinnerung daran, den Mund aufzumachen, wenn uns oder anderen Unrecht widerfährt, wenn wir oder andere angegriffen werden. Vor allem aber setzen sie das Signal: Gemeinsam sind wir stärker.

Insbesondere Frauen in Führungspositionen bzw. mit Karriereambitionen wird oft empfohlen, das Konkurrenzgebaren einfach zu kopieren und den männlichen Sprech zu adaptieren. Aber warum dich verstellen, wenn du schon perfekt bist, wie du bist? Sowohl Wirtschaft auch als Politik würde es gut tun, wenn weibliche Qualitäten und Energie in Entscheidungsprozesse verstärkt eingebunden würden. Nicht so, dass sie dominieren. Sondern so, dass ein ausgewogenes Kräfteverhältnis entsteht.

Gleichgewicht der Kräfte

Wer das Konzept der Dualität und der ausgeglichenen Kräfte in seinem Leben etabliert hat, erkennt, dass es nicht darum gehen kann, Frauen den Männern ähnlicher zu machen. Sondern darum, dass jede*r sich mit einer ganz individuellen Kombination an Stärken und Talenten für den eigenen Mikrokosmos und die Gesellschaft einbringen kann.

Unabhängig von der Herkunft, Hautfarbe, dem Geschlecht, den religiösen Überzeugungen oder der sexuellen Orientierung. Ein starkes Yin braucht ein ebenso starkes Yang, hell / dunkel, schwarz / weiß, stark / sanft: jede Kraft braucht ihr Gegengewicht.

Es ist nicht alles schlecht, was war. Und es wird nicht alles gut, was kommt. Ein großer Fehler wäre es, wenn als Reaktion über den weiblichen Weltschmerz wir nun zum Gegenangriff ausholen würden.

Wir Frauen sollten uns noch stärker verbünden, uns gegenseitig unterstützen und beim Klettern über Mauern Räuberleiter halten. Die Zeit ist überreif uns stark zu machen gegen Ungerechtigkeiten und Gewalt. Ungerechtigkeiten, die uns selbst widerfahren oder unseren Schwestern, Töchtern, Müttern, Tanten und Cousinen.

Die aber auch unsere Brüder, Söhne, Väter, Onkel und Cousins erleben. Schon klar, keiner kann das Unrecht und das Leid dieser Welt von heute auf morgen auflösen. Aber jede*r kann im Kleinen einen Beitrag leisten für eine liebevollere und friedlichere Welt.

Each one teach one

Was wir uns von unseren männlichen Zeitgenossen abgucken können, ist ihre Fähigkeit zum Netzwerken und gegenseitigen Unterstützen. Das funktioniert sogar ganz einfach: gib, was du kannst und bekomme, was du brauchst. Eine Hand wäscht die andere. Each one teach one. Sei einfach freundlich, hilfsbereit und barmherzig mit anderen. Du wirst es hundertfach zurückbekommen.

Das ist selbstverständlich nur der nette Nebeneffekt, nicht deine Intention. Die ist natürlich selbstlos. Und liebevoll. Nein, das heißt nicht, den ganzen Tag lang Ringelreihen zu tanzen. Außer, du möchtest das. Du musst dich auch nicht mit allen anfreunden und schon gar nicht mit Menschen verstehen, die bei dir Fluchtgedanken auslösen. (Du könntest dich an dieser Stelle fragen, warum das passiert, aber das Fass mache ich hier jetzt nicht auf).

Wir Menschen sind als Herdentiere für das Leben in der Gruppe gemacht.

Unser heutiger Lebensstil hingegen reduziert uns als Gruppe maximal auf die Kleinfamilie mit oder ohne Kinder. Jung, gesund, finanziell selbstbestimmt mag das kein Problem sein. Wer auf Unterstützung und Hilfe angewiesen ist, etwa weil er noch ein Kind ist oder schon alt oder krank, der braucht ein Netzwerk, das ihn auffängt und trägt, wenn es nötig ist.

Dann ist es meist sehr anstrengend, eins zu bilden. Interessengemeinschaften gibt es in jeder noch so kleinen Stadt zu allen möglichen Themen. In gut geführten rein weiblichen Netzwerken ist eine wohlwollende Energie von Zusammenhalt und schöpferischer Kraft zu spüren. Eine, die sein lässt, nährt und empfängt. Eine, die zum Ziel hat sich gegenseitig hochzuheben, statt runterzudrücken. Eine, die zusammen besser sein ist, als allein. Eine, die gemeinsam Großes erschafft.

Ein großes internationales Netzwerk bietet der LeanIn, in der DACH-Region findest du zahlreiche Meetingpoints vom humantrust und auch regional wird die Frauennetzwerklandschaft immer bunter. Ein Beispiel dafür ist das Femme Total-Netzwerk in Köln, das sich mit der Ladies Lounge besonders für die Sichtbarkeit von Frauen in kreativen und beratenden Berufen einsetzt.

Veranstaltungs-TIPP:  Am Sonntag, 11.3.  findet in Köln das FEMME total Netzwerk Treffen für Frauen in kreativen und beratenden Berufen statt.

 

Lasst uns gemeinsam unterstützen!

Isabel

 

frauen-unterstützenÜber die Autorin: Isabel Falconer arbeitet als freie Autorin, Texterin und Fotografin in Köln. Als Sportwissenschaftlerin hat sie sich auf die Themenkomplexe Frau-Sein, Weiblichkeit und ganzheitliche Gesundheitsprävention spezialisiert.


Hier gibts noch mehr Inspiration:

Vom IQ zum WeQ – Kämpfst Du noch oder kooperierst Du schon?

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