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Gemeinsam sind wir wacher und bewusster – Die Kraft der Co-Präsenz


Wie du dein Gegenüber noch besser wahrnehmen kannst.

Neben der klassischen Achtsamkeitspraxis, die man für sich allein einüben kann und die die Fähigkeit zu Präsenz und einer differenzierteren Wahrnehmung von sich selbst und dem gegenwärtigen Moment stärken und bewusster machen (siehe meine anderen Artikel für den Compassioner), gibt es auch eine Achtsamkeitspraxis, die gemeinsam mit einem Gegenüber, einer/einem Partner*in, einem „DU“, durchgeführt werden kann.

Dabei erzeugen wir ein gemeinsames Feld von Achtsamkeit, dass wir auch Co-Präsenz nennen können. In diesem Feld geht es unter anderem um die Themen einer wachen Kommunikation, Kontakt und Beziehung und dem Aufrechterhalten einer achtsamen, inneren Haltung in diesen Bereichen.

Dein Gegenüber wahrnehmen aus dem Moment heraus

Eine wichtige Qualität ist in diesem Zusammenhang, neben der achtsamen inneren Haltung und der Bereitschaft sich selbst und den anderen mehr kennen zu lernen, dem Gegenüber Raum zu lassen und die eigenen Wahrnehmungen in der Schwebe halten zu können. Sie oder Ihn nicht sofort mit unseren bekannten Etiketten und Vorstellungen zu überdecken, sondern wahrzunehmen aus dem Moment heraus, ohne  auf unsere Annahmen oder Meinungen über diesen Menschen zuzugreifen.

Eckhart Tolle, der bekannte Bewusstseinslehrer, drückt dies in folgenden Worten wunderbar aus:

„Sobald Du jemandem, mit dem Du in eine Wechselwirkung trittst, Deine volle, ungeteilte Aufmerksamkeit widmest, entziehst Du dieser Beziehung Vergangenheit und Zukunft, außer für praktische Belange. Wenn Du in der Begegnung mit jemandem vollkommen präsent bist, gibst Du Deine Vorstellung von seiner Identität auf – Deine Interpretation davon, wer er ist und was er in der Vergangenheit gemacht hat – und kannst dann ohne die egozentrischen Regungen der Begierde und Angst mit ihm interagieren. Der Schlüssel dazu ist Stille und hellwache Aufmerksamkeit.“

Co-Präsenz: Der Seins-Raum wird zum gemeinsamen WIR-Raum

co-präsenz-PartnerDamit weiten wir unsere Achtsamkeitspraxis weiter in die alltäglichen Lebensfelder hinein aus und erfahren wie wir präsent und achtsam in diesen Begegnungs- und Beziehungsfeldern bleiben können und damit beim Spüren der gemeinsam geteilten Präsenz. Dabei ist es auch möglich zu erfahren wie ich gleichzeitig bei mir und bei einem Gegenüber sein kann, ohne mich selbst zu verlieren oder ohne mein Gegenüber zu verlieren oder “abzuhängen”.

Dann können wir gemeinsam eintreten in einen Raum der tieferen Verbundenheit, in dem ich mich selbst noch mehr kennenlernen kann, sowohl in Beziehung zu meinem eigenen Erleben, als auch in dem Kontakt zu einem anderen Menschen. Diesen gemeinsam geteilten Seins- oder Präsenzraum können wir auch den WIR-Raum nennen (auf Englisch: WE-Space).

Co-Präsenz eröffnet Möglichkeiten, die wir alleine nicht finden können

Kommen Menschen in solch einem achtsamen WE-Space zusammen, machen sie häufig bereichernde und inspirierende Erfahrungen. Dieser gemeinsam gehaltene Raum unterstützt sowohl jedes einzelne Mitglied und lässt sich aber auch in einer ganz eigenen Qualität erleb- und spürbar werden. Somit können wir sagen, dass sich durch diese Co-Präsenz etwas ganz Neues zeigt, etwas das vorher so noch nicht dagewesen ist, sondern erst mit dem Zusammenkommen in Achtsamkeit in diesem Moment hervorgebracht wird.

Vielleicht sind es neue Ideen, kreative Lösungen oder Impulse: Die Emergenz dieses Neuen könnten wir auch das Ganze nennen, das bekanntlich mehr ist als die Summe seiner Teile. Dies ist das eigentliche, tiefere Potential einer dialogischen Achtsamkeitspraxis:  uns mit der Kraft der Co-Präsenz verbinden und dem Raum zu geben, was sie an Möglichkeiten für uns bereithalten kann.

Übung in dialogischer Achtsamkeitspraxis: „SPIEGELN“ (mit einer/einem Partner/in)

Wie in jedem meiner Beiträge möchte ich dir auch diesmal eine praktische Kostprobe vorstellen. In Form einer konkreten Achtsamkeitsübung, die es in einfachen Schritten möglich macht,  die dialogische Achtsamkeitspraxis kennenzulernen. In dieser Übung geht es zunächst um die Grundvoraussetzung für dialogische Achtsamkeit: darum wirklich präsent zu sein bei deinem Gegenüber und zu hören, was er oder sie dir mitteilen möchte. Und es geht darum offen und aufrichtig zu sein und dich zu zeigen mit dem, wie du gerade da bist und zu erleben wie es ist, darin wirklich gehört zu werden.

co-präsenz-Gegenüber1.Schritt

Für den sprechenden Partner (Partner 1):

Es ist wichtig, darauf zu achten, wirklich bei sich zu bleiben beim Sprechen. Es geht nicht darum den anderen zu unterhalten oder in irgendeiner Form etwas für diesen zu produzieren.

Nimm dir Zeit folgende Frage einen Moment auf dich wirken zu lassen und dazu zu sprechen

Wie bist du jetzt gerade (in diesem Moment) hier anwesend?

(körperlich, gefühlsmäßig und geistig)

Lasse dich evtl. die Augen schließen und in einen achtsamen und präsenten Zustand gehen. Erzähle und beschreibe so genau wie möglich, was du wahrnimmst, ohne das Wahrgenommene zu verändern oder zu bewerten.

Du kannst du die Frage auch von deinem Partner vorlesen lassen!

Für den zuhörenden Partner (Partner 2):

Sei wach und präsent und bleibe achtsam anwesend. Höre ganz offen zu, was dir dein Partner mitteilt ohne zu analysieren, zu deuten oder zu bewerten.

Wenn dein Partner dich bittet, kannst du ihm die Frage vorlesen.

2.Schritt

Nun wiederholt Partner 2 was er gehört hat darüber, wie Partner 1 gerade anwesend ist. Er spiegelt das Gehörte möglichst ohne es zu analysieren, zu bewerten, zu helfen oder etwas Eigenes hinzuzufügen.

z.B.

„Ich habe gehört, dass du dich körperlich gerade etwas müde fühlst.“

„Ich habe gehört, dass du dich freust über einen Erfolg im Job.“

NICHT:

„Wenn du müde bist, dann solltest du vorher noch einen Kaffee trinken.“

„Bei mir war es heute im Job richtig doof.“

Dann gibt Partner 1 eine kurze Rückmeldung, ob er oder sie sich verstanden fühlt oder nicht.

Danach werden die Rollen gewechselt und du beginnt wieder mit Schritt 1.

 

Möge die Übung gelingen!

Dein Dennis Heydrich

 www.dennis-heydrich.de

Zu Dennis Heydrichs Profil und all seinen Artikeln gelangst du hier.

 

 

Literaturempfehlungen zum Thema:

David Bohm: Der Dialog – Das offene Gespräch am Ende der Diskussion

Eckhart Tolle – Stille spricht – Wahres Sein berühren

 

Wenn dieser Artikel spannend für dich war, dann lies und schau doch auch in folgenden Artikel hinein:

Nur die Ruhe! Tankstelle Achtsamkeit

 

 

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