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Aufräumen im Kopf

Ministerium für Glück: Ich liebe Langeweile – Vom Aufräumen im Kopf

Warum das Aufräumen im Kopf so wertvoll ist.
Sei herzlich gegrüßt,
wie soll ich diesen Artikel anfangen? Ich schreibe einfach mal drauf los und schaue, was passiert. Darf man das überhaupt? Merkt ja keiner. Ich möchte wissen, was in meinem Kopf rumspukt. Hoffentlich interessiert das jemanden. Ich sitze, atme und denke. Aber was eigentlich? Ich schließe die Augen, um nicht von äußeren Reizen abgelenkt zu werden. Unsicherheit. Die eigenen Gedanken haben echt eine enorme Kraft, aber wissen wir eigentlich, was wir den ganzen lieben langen Tag so denken? Wollen wir es wissen und bewusst wahrnehmen? Ich versuche es:
Frische Luft wäre jetzt gut. Ich hab super geschlafen, die Stunde länger tat mir gut. Hab Lust, ein neues Hobby auszuprobieren. Hoffentlich geht es meinem Hund bald besser. Morgen kommt die Müllabfuhr. Die Pflanzen brauchen dringend Wasser. War die Idee von gestern Abend die richtige? Ich freue mich auf den Nachmittagskaffee. Wie viel Uhr ist es? Die Batterie vom Laptop ist schon wieder leer. Was steht am Wochenende an? Wieso hat der Nachbar heute Morgen nicht gegrüßt? Was kann ich gegen meine Spam-Mails tun? Ich muss noch meinen Koffer packen. Frage ich zuviel? Antworte ich zu wenig? Was wird von mir erwartet? Was erwarte ich von mir? Muss ich einen Plan haben? Ich sollte mich um das Visum kümmern. Kaffeemaschine entkalken. Facebook-Post planen. Ich möchte weniger fernsehen und mehr Zeit mit mir haben. Ich bin stolz auf den Keller. Das Ausmisten hat sehr befreit. Füße sind kalt. Es ist Wollsockenzeit. Wo ist mein alter Kassettenrecorder?
So könnte es nun ewig weitergehen, das ist das grobe Ergebnis aus 10 Minuten sitzen. Irgendwie scheint es eine Mischung zu sein aus Unsicherheit und Fragen, To-do’s und Aufgaben, Vorfreude und Plänen.
Kennt nicht jeder von uns dieses Gedanken-Gelaber? Man springt von einem Thema zum anderen, tausende kleine Geistesblitze zucken durch das Gehirn, keinen dieser Gedanken denkt man in Ruhe zu Ende. Drehwurm im Kopf.
Wie oft gönnen wir uns das, uns selbst zu beobachten und somit ein Stückchen besser kennenzulernen?
Ich wurde mal auf ein buddhistisches Retreat eingeladen und als ich mir die Agenda durchlas, war ich leicht irritiert. Auf der Tagesordnung standen Punkte wie „just being“, „deep breathing“ oder „pure relaxation“. Dieses „einfach sein“ war mir fremd. Nicht nur, dass ich es nicht kannte, ich konnte es mir noch nicht einmal vorstellen.
Wie soll das gehen, nichts zu tun, nichts zu sprechen, so weit es geht, auch die Gedanken an einem vorbeifließen zu lassen und einfach nur zu sein? 
Aufräumen im KopfWenn man sich einmal selbst damit konfrontiert und die Herausforderung annimmt, wird man erstaunt sein. Über sich selbst und was einem plötzlich so durch den Kopf schießt. Es braucht eine Zeit, bis die Tagesordnung, das Gestern und das Morgen und all die Fragen und Zweifel vorbeigezogen sind. Was dann aber auftauchen kann, ist großartig und wichtig. Dann kommst nämlich du.
Wenn man beginnt, die Gedanken zu sammeln, zu ordnen, kommen und gehen zu lassen, dann sortieren sich sich fast wie von selbst. In wichtig und nichtig. Manchmal sind auch hartnäckige dabei, die kommen immer wieder. Und mögen sie noch so klein sind, sie klopfen immer wieder vorsichtig an. Diesen sollte man besondere Zeit einräumen und ausdenken. Manchmal verbergen sich hier Antworten auf Fragen, die wir uns selbst noch gar nicht zu stellen gewagt haben.
Es mag langweilig klingen, nichts zu tun und sich selbst zu beobachten. Aber ist es nicht genau das, was wir wieder lernen müssen? Langweilen. Die lange Weile genießen. Sie als Chance sehen, sich selbst Luft zu machen, runterzukommen, aufzutanken. Diesen bewussten Ausstieg aus dem Hamsterrad wagen – wenn auch nur für den Moment. Ohne Antrieb dreht es sich plötzlich langsamer. Es trudelt aus bis es still steht. Reset. Dieses Auftanken braucht es, um mit neuer Energie und Kraft wieder einsteigen zu können. Klar Schiff machen und dann wieder volle Fahrt voraus!
Wusstest du, dass wir ca. 60.000 Gedanken am Tag haben?
Wenn wir die Nacht, in der wir zwar träumen, mal ausklammern, dann sind das 3750 Gedanken in der Stunde, das ist fast ein Gedanke pro Sekunde! Dazu kommt noch, dass davon über 90% in der Vergangenheit oder Zukunft liegen, mit großer Wahrscheinlichkeit gar nicht eintreten werden, nicht mehr zu ändern oder schlichtweg irrelevant und nichtig sind.
Und da soll einem nicht schwindelig werden? Das muss alles verarbeitet, bewertet, ausgemistet und sortiert werden. Dafür braucht es auch Auszeiten, Pausen und Stille. Langeweile.
 
Meditation ist sicher nicht für jeden etwas. Jeder hat seinen individuellen Zugang zu innerer Ruhe. Ich zum Beispiel genieße es, am Fluss entlang zu spazieren. Mit dem schweifenden Blick auf das Wasser wird mir immer wieder bewusst, wie wichtig das Loslassen ist. Von Dingen, Situationen, Menschen, Gefühlen – Ängsten, Sorgen, zu vielen Plänen – von Gedanken eben. Es muss fließen.
Und was denkst du jetzt?
Beobachte du doch auch mal deine Gedanken und dokumentiere sie. Du wirst staunen.
Viel Spaß beim Langweilen!
Gina Schöler
Ginas Buch „Das kleine Glück möchte abgeholt werden – 222 Anstiftungen vom Ministerium für Glück und Wohlbefinden“  ist voller glücklicher Momentaufnahmen und Kurzgeschichten aus dem Leben. Mit Beiträgen u.a. von Eckart von Hirschhausen, Gerald Hüther und natürlich auch von Veit Lindau!

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