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Über die hohe Kunst der (Selbst) Liebe – Eine Annäherung

Wenn wir uns in einen Menschen verlieben, dann geschieht dies unmittelbar und mühelos. Die Gefühle zu diesem Menschen sind einfach da, ohne dass wir uns im Vorfeld große Gedanken darüber machen.

Wir nehmen diesen einen Menschen auf ganz besondere Weise wahr, sehen seine liebenswerten Seiten, seine Besonderheiten und Stärken. Kurzum: Wir sehen in ihm ein Ideal und entdecken Eigenschaften an ihm, die er womöglich noch nie zuvor an sich selbst entdeckt hat.

Auch bei uns selbst entdecken wir in der Verliebtheit gelegentlich Charakterzüge, die uns gänzlich neu und unbekannt erscheinen: Wir sind plötzlich fürsorglich, aufmerksam und darum bemüht, es unserem Gegenüber so schön wie irgend möglich zu machen.

Und: selbst die Macken und Eigenheiten des geliebten Menschen erscheinen uns liebenswert und verzeihlich. Wir sind bestrebt, ihn so vollständig wie möglich zu verstehen und zu begreifen, was ihn so besonders macht. Dazu gehört auch, dass wir seine persönliche Geschichte mit all ihren Höhen und Tiefen erfahren möchten.

Selbstliebe – die Herausforderung meistern

Was uns bei einem anderen Menschen so mühelos gelingt, stellt uns jedoch bei uns selbst vor große Herausforderungen. Wir ärgern uns häufig über unsere Schwächen, kritisieren uns für vermeintliche Fehler und zeigen große Ungeduld, wenn uns etwas nicht auf Anhieb gelingen will. Ohne Rücksicht auf die eigenen Kräfte und Grenzen zu nehmen, hetzen wir uns ab, um etwas zu erreichen, von dem wir glauben, dass es unverzichtbar sei für unser Leben und unser Glück.

Mit dem geliebten Menschen würden wir auf diese Weise niemals verfahren, weil uns sein Wohlergehen zu sehr am Herzen liegt. Stattdessen würden wir versuchen, auf ihn einzuwirken, sich auszuruhen, sich eine Pause zu gönnen, und würden ihn liebevoll dazu ermahnen, mehr auf sich zu achten.

Was aber macht es so schwer, uns selbst mit der gleichen Fürsorge, dem gleichen Interesse und der Aufmerksamkeit, der Geduld, zu begegnen, wie dem geliebten Menschen? Und warum gehen wir mit uns selbst oft so lieblos um?

liebe-SelbstliebeIch glaube, die Ursachen für die vielfältige Lieblosigkeit uns selbst gegenüber liegt darin begründet, dass wir von früh an immer vermittelt bekommen:  Liebe ist immer an Leistung gebunden, an Bedingungen geknüpft und unser „Wert“ als Mensch sich ausschließlich daran bemisst, was wir für Andere, für „die Gesellschaft“ zu tun bereit sind.

Und wie oft ist gerade von Politikern und geistlichen oder gesellschaftlichen „Würdenträgern“ zu hören, dass wir uns mehr für das Gemeinwohl einsetzen sollen. Sie vermitteln uns allesamt den Eindruck, dass wir nur innerhalb der „Gesellschaft“ unsere eigentliche Bestimmung und unsere Aufgabe finden können.

Und dass, wenn wir uns stattdessen zuerst um unser eigenes Wohlergehen bemühen, dies überaus verwerflicher und unerwünschter Egoismus sei.

Solche Zuschreibungen von vermeintlichen und selbsternannten Autoritäten entfalten oftmals eine starke Wirkung. Denn meistens übernehmen wir sie unbewusst und machen sie damit zu eigenen, unwillkürlichen Annahmen, die unser Denken, Fühlen und Handeln, auch uns selbst gegenüber, stetig und nachhaltig beeinflussen, ohne dass es uns bewusst ist.

Liebe ist radikal – sei mutig 

Gesellschaftliche Normen und Glaubenssätze kritisch zu hinterfragen, kostet gerade anfangs viel Mut. Und es erfordert eine große Radikalität im Denken. Nämlich zu erkennen, dass, je mehr wir uns zuvorderst um unser eigenes Wohlergehen sorgen und bemühen, dieses sich auch auf unsere unmittelbare Umgebung auswirkt.

Umarme-selbstliebe-liebeJe mehr und intensiver wir nämlich damit beginnen, uns selbst Beachtung zu schenken, liebevoll und aufmerksam mit uns selbst umzugehen, umso mehr sind wir auch dazu imstande, diese Qualitäten an unsere Mitmenschen weiterzugeben, indem wir mit Leichtigkeit, ganz ohne uns anzustrengen, Liebe und Beachtung ausstrahlen.

Sich selbst lieben zu lernen, mit der gleichen  Bedingungslosigkeit, mit der wir einen anderen Menschen zu lieben imstande sind, ist ein Weg des Lernens. Und womöglich fällt es uns ungleich schwerer, dies zu tun.

Denn zu uns selbst haben wir keinen Abstand. Rund um die Uhr sind wir mit uns selbst zusammen, ohne die Möglichkeit einer Auszeit. Wenn unser Gegenüber uns nervt oder ärgert, haben wir immer die Möglichkeit zu gehen, oder die Tür hinter uns zuzumachen. Aber mit uns selbst sind wir ohne jede Pause (mit Ausnahme während des Schlafes) konfrontiert.

Selbstliebe – ein Weg des Lernens

Aufgrund dieser unabänderlichen Tatsache geht es also darum zu lernen, auf welche Weise es uns gelingen kann, von uns selbst gelegentlich eine Auszeit zu nehmen. Ich hatte das große Glück, mich mir selbst innerhalb eines geschützten Rahmens, während einer über zwei Jahre andauernden Gruppentherapie, vorsichtig annähern zu können. Dort konnte ich mich meinen Gefühlen, Gedanken und meinem Tun Schritt für Schritt stellen. So lernte ich, mich selbst mit einer immer liebevolleren Distanz gut und vor allem mit Geduld zu betrachten.

Dafür unerlässlich waren die Resonanz und der Respekt der anderen Gruppenmitglieder und die Gewissheit, aufgefangen zu werden, wenn es mir schlecht ging. Ich lernte zunächst, den Anderen zu vertrauen und erfuhr dann mehr und mehr auch ihr Vertrauen in mich. Im Rückblick betrachtet, war es wohl diese ungemein starke und positive, vertrauensvolle Energie, die mir dazu verhalf, auch immer mehr konsistentes Vertrauen in mich selbst und meine Stärken zu entwickeln.

Ganz allmählich durfte ich ebenfalls lernen (und bin noch immer dabei) mich selbst von Zeit zu Zeit gewissermaßen „von oben“ zu betrachten. Dies ist gedanken-selbst-liebevor allem dann sehr hilfreich, wenn ich mich in meinen Gedanken und Gefühlen zu sehr verstrickt habe und in mir selbst feststecke. Ich versuche dann, mir zu verdeutlichen, dass meine Gedanken und Gefühle zwar ihre Berechtigung haben und ein wesentlicher Teil von mir sind, aber deswegen keinesfalls in Stein gemeißelt sind.

Denn in Wirklichkeit sind Gedanken überaus flüchtig und in ständiger Veränderung begriffen.

Und auch, wenn es im ersten Moment vielleicht ungewohnt klingen mag: Ich kann entscheiden, woran ich denke und wie ich mich fühlen möchte!

Zugegeben: Insbesondere in schwierigen oder emotional belastenden Situationen erfordert es sehr viel Übung, sich selbst mit Gelassenheit zu begegnen und sich diese Fähigkeit der Kontrolle über das eigene Denken zu vergegenwärtigen und es bewusst zu praktizieren.

Was aber hat das alles mit (Selbst-)Liebe zu tun?

Für mich bedeutet Liebe vollständige und bedingungslose Akzeptanz von restlos allem, was ist. Damit ist Liebe unendlich viel mehr als ein bloßes Gefühl, wofür es die meisten Menschen bei oberflächlicher Betrachtung wohl halten mögen.

Denn bei genauerer Betrachtung ist Liebe gewissermaßen die Quintessenz sämtlicher positiver und bestärkender Gefühlsregungen, Denkrichtungen und Handlungsweisen, zu denen wir Menschen imstande sind.  Sie beinhaltet offenes Interesse, Mitgefühl, Mut, Entschlusskraft, Vergebung, absolute Freiheit und noch vieles mehr. Welches es zumindest für mich noch zu ergründen und zu entdecken gilt.

meditation-selbstliebeUnd wenn wir aus Liebe handeln, dann tun wir dies in dem Streben nach größtmöglicher Harmonie, Frieden und Vervollkommnung mit uns selbst und anderen Lebewesen.

Damit ist Liebe für mich ein Weg der Erkenntnis sowohl hin zu mir als auch zu den Menschen, mit denen ich im Leben verbunden bin.

Es ist eine ungemein spannende Entdeckungsreise durch Höhen und Tiefen. Hin zum vollständigen Verständnis dessen, was das Menschsein in seinem Innersten wirklich ausmacht und auf welche Weise wir alle miteinander verbunden sind. Noch stehe ich ganz am Anfang. Aber ich bin auf dem Weg!

Wenn du ein erstes Gespür für die besondere Qualität der Selbstliebe bekommen möchtest, dann nimm doch den Satz: „Ich liebe mich!“ eine Zeit lang mit in deine tägliche Meditation. Auf diese Weise kannst du die Erfahrung machen, welch wärmende, dich in deinem So-Sein bestärkende und tröstende Energie in diesen Worten liegt.

In Liebe, dein Eckhard

Schriftsteller, Dichter und Blogger

Facebook:     @SchriftstellereiEckhardNeuhoff
Neuerscheinung! Das neue  Werk von Eckhard Neuhoff. 110 Seiten – 12 € mit einem Vorwort von Hermann Borgerding. Kann über https://literafreakpress.jimdo.com/ bestellt werden.
…. Nein,
„Grenzgänger“ ist kein Ratgeber. Kein
Sachbuch. Ja, es ist ein ehrlicher, schonungsloser und dennoch auch oft sehr stiller und beruhigender Bericht eines, in einer
psychischen Erkrankung Gestrandeten.
Und es ist eine anspruchsvolle Autobiographie, die den Lesern zeigt, wie man sich aus angst-
verzerrten oder depressiven Höllen befreien und ein neues, anderes Leben beginnen kann.
Eckhard Neuhoff beschreibt sich und seine (Ex-)Welt – ohne
zu belehren. Sein Buch ist weise und klug. Und ohne Weltschmerz. Es ist auch ein Bericht des Verzeihens… Sich und den Anderen… (Ralf Preusker)
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Wenn du dich oft mit hinderlichen, alten Glaubenssätzen herumschlägst, dann wird dir folgender Artikel helfen:

teaser-liebe-selbstliebeAlte Glaubenssätze auflösen mit The Work: So klärst du deine Gedanken und wärmst dein Herz

 

 

 

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