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Mein Vater & Ich – Eine berührende Friedensbotschaft

Dieser Gastbeitrag von Andrea Breitenmoser ist die Geschichte zwischen ihr und ihrem Vater sowie gleichzeitig eine berührende Friedensbotschaft. Eine wundervolle Inspiration, sich seine eigenen Schatten anzugucken und frei und mutig zu wachsen – oder wie Andrea sagen würde: Mutich!

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15 Jahre hatten wir nicht wirklich Kontakt zu meinem Vater und wenn dann nur vor Gericht oder über unsere Anwälte. Viel Schmerz, Trauer, Unverständnis, Vorwürfe, Zweifel, Missverständnisse, Ängste und Wut! Wir haben uns im Prinzip gegenseitig das Leben schwergemacht OHNE wirklich miteinander in Verbindung zu sein bzw. offen und ehrlich zu kommunizieren!

Ganz lange habe ich mich im Opfermodus befunden und ihm Vorwürfe gemacht, mich in einer Gedankenkonstruktionswelt verrannt… meinem Umfeld mit meiner Geschichte in den Ohren gelegen… immer und immer wieder habe ich mir die gleiche Story erzählt… Puh, kannst du dir denken, was das mit mir gemacht hat?

Ich habe meine Wunde nicht verheilen lassen und hab mir dadurch immer wieder selbst Schmerzen bereitet. Mein Drama hat sich jahrelang wiederholt. Ich habe ein negatives Vaterbild aufrechterhalten was mit der Realität nicht mehr viel zu tun hatte, sondern im Grunde aus meiner kindlichen Verletzung entsprungen ist. Ja, wie ist eigentlich mein Papa? Was für positive Auswirkungen hatte er auf mein Leben?

Wo ist der Fokus?

Mein Fokus war ganz lange auf dem Negativen bzw. meine Interpretationen der Erlebnisse machte ich nur durch die schwarze Brille.

Als ich beispielsweise mit 17 Jahren an Weihnachten einen sentimentalen Moment hatte, wollte ich ihm erzählen, dass er Opa wird und ich schwanger bin. Und nach diesem Gespräch blieb bei mir nur eines hängen, er traut es mir nicht zu und denkt, ich habe mir meine Zukunft versaut! – Schwarzbrilleneffekt – Egal was er sagt, ich hörte in dem Moment nur das, was mein negatives Bild von ihm bestärkte. Gleichzeitig hat dieses Gespräch einen Motor in mir eingeschaltet: „Na warte, dir zeig ich’s!“

FriedensbotschaftUngefähr zwei Jahre lang habe ich versucht auf ihn zuzugehen und mit ihm zu sprechen. Das dachte ich zumindest. Doch ohne Erfolg! Er wollte nicht, weil er tief verletzt war,
er hat einfach sich selber geschützt und jetzt kann ich es verstehen. Und damals war ich so unglaublich wütend auf ihn! Ich konnte und wollte ihn nicht verstehen.

Bei genauerer Betrachtung habe ich mir ehrlich eingestehen müssen, dass ich innerlich immer noch Recht haben wollte. Bockig bin ich zwar formal einen Schritt auf ihn zugegangen, doch wie gehe ich wirklich einen Schritt auf
einen anderen Menschen zu? Habe ich schon alles mir mögliche getan, um Frieden zu schließen?

„Ich bin das Kind, der kann sich doch nicht so kindisch anstellen! Was soll dieser ganze SCH…!?! Er müsste doch auf mich zukommen. Ich bin das unschuldige Kind! Ich bin das Opfer! Aaaaahhh! Und nicht er!“

In meiner Coachingausbildung bei Life Trust ging es viel um meine Schatten und mir ist nochmal sowas von bewusstgeworden. Ich kann ihn nicht ändern. Ich kann nur mich selbst verändern! Mein Verhalten, meine Worte, meine Haltung ihm gegenüber. Das bekam ich in Form eines Zitates, dem ich in der Freien Aktiven Schule meines Sohnes begegnete, dann nochmal verdeutlicht. „Sei du selbst die Veränderung, die du dir wünschst für diese Welt.“ (Ghandi). Also gut: Was sagt mir seine Verweigerung über mich selbst?

Lieber heute als morgen handeln

Meine größte Angst war es, dass er sterben könnte, bevor ich das mit ihm geklärt habe. Und ich wollte doch unbedingt ein persönliches Gespräch mit ihm. Die Zeit läuft… Am liebsten JETZT gleich aber flott… Ich könnte ausflippen: „Aaahhh! OK – tief durchatmen – so geht es nicht! Er will gerade nicht, das muss ich akzeptieren. Puh!“

Wie würde denn ich mich an seiner Stelle fühlen? Was braucht er von mir? Was kann ich JETZT tun? Wie kann ich einen Schritt auf ihn zugehen und ihm zeigen, dass ich mir einen Neuanfang wünsche? JA, ich will wirklich das Alte hinter mir lassen. Und ich möchte, dass mein Sohn seinen Opa kennenlernen kann und sich ein eigenes Bild von ihm machen darf.

OK, wenn du deinen Vater wirklich kennenlernen willst und dein Sohn seinen Opa, dann bedeutet das, dass du JETZT Mutich über deinen eigenen Schatten springst. Ganz konkret: „Sei Mutich du selbst. JETZT!“

1) Ich lasse alle Erwartungen los – LOSLASSEN

2) Ich begegne ihm Mutich, so wie ich JETZT bin! – EHRLICHKEIT


3) Ich freue mich über die Möglichkeit, einen Schritt auf ihn zu machen zu können. Das ist ein Anfang!

4) Ich bin LIEBEvoll und geduldig mit mir.

5) Ich spüre meine Gefühle und übernehme die volle Verantwortung für diese – HINGABE

6) Ich bin voller DANKBARKEIT für das was er mir mitgegeben hat.

7) Ich mache mir die wertvollen SCHÄTZE und unsere unterschiedlichen Qualitäten bewusst.

8) Ich erkenne die LERNERFAHRUNG an, die er mir schenkt.

9) Ich bin OFFEN für das was kommt oder nicht kommt. OHNE Bewertung!

10) Ich vergebe ihm und erkenne an, dass er zu jeder Zeit sein ihm Bestmöglichstes gegeben hat, auch wenn ich ihn nicht verstehe und es nicht meinem Optimum entspricht. ZuFRIEDENheit.

Was hat das mit mir zu tun?

Mutich durfte ich mir selbst bewusstmachen und eingestehen, dass ich erst etwas FÜR mich tun und meine Baustellen aufräumen muss. Bevor ich im GEGEN-Kampfmodus von meinem Vater verlange, dass er friedlich einen Schritt auf mich zu kommt. Und meiner Realitätswelt schlicht und einfach entschuldigend zustimmt. Das wäre ganz schön fatal gewesen, wie du vielleicht schon erahnen kannst? Es hätte mir wertvolle Lernchancen genommen.

FriedensbotschaftMeine Schattenarbeit und die schamanische Heilarbeit Fogo Sagrado zeigten mir, wie ich einen Raum der Liebe öffnen kann in dem ALLES einfach sein darf. Das ist für mich ein heilsamer Prozess, bei dem ich ganz natürlich von meinem Gegenüber und mir selbst lerne. Dadurch erkenne ich immer wieder die unterschiedlichen Qualitäten von vermeintlichen Gegensätzen an, z.B. Nähe und Distanz. Nehme sie wahr und spüre, was ich brauche und was mein Gegenüber braucht. Dann löse ich mich von meinem Gedanken: „Das ist nicht vereinbar!“ und folge den Fragen: „Was ist gleich?“ und „Was verbindet uns?“.

Meinen Vater und mich verbindet z.B. der Schmerz, die Trauer und auch die Wut. Ebenso wie die Neugierde und der Wunsch nach Austausch!

Wann hast du das letzte Mal erlebt, wie heilsam es ist ohne zu bewerten die Qualitäten und Bedürfnisse eines anderen Menschen wahrzunehmen, sie zu achten und zu respektieren? In welchen Augenblicken siehst du den Menschen der dir gegenübersteht wirklich? Und das was dich und ihn verbindet?

Nach mehreren dankbaren, neugierigen, interessierten E-Mails auf meinen Vater zu und dem Loslassen meiner Vorstellungen bzw. Erwartungen, wie er sich zu verhalten habe. Und dem formulieren meiner Wünsche von Mensch zu Mensch auf Augenhöhe. Unerwartete Bereitschaft: „Ja, ich bin JETZT bereit für einen Neuanfang und möchte mich gerne mit dir persönlich treffen.“ – „Juhu!“ Aufregung gemischt mit Angst, mein Herz schlägt ganz schön schnell, mein Hals ist wie zugeschnürt, Panik macht sich breit, bei den unterschiedlichen Dramenvorstellungen, die in meinen Gedanken ablaufen. – STOP – tief durchatmen.

Die Begegnung

Wie wünsch ich mir die Begegnung? Was ist mir wirklich wichtig?

Unsicher-Mutich fahre ich natürlich zu unserer ersten Neubegegnung nach 15 Jahren. Vielleicht die Erste überhaupt oder jedenfalls für mich die Erste, an die ich mich bewusst erinnern kann. Ich habe mir fest vorgenommen voller Neugierde meine Wurzeln ganz neu zu entdecken. Bereit zu lauschen, mit offenen Ohren und staunendem Blick trete ich meinem Vater gegenüber. Mein Ziel: Ich will ihn und mich besser verstehen & kennenlernen. JETZT! Die Welt durch seine Augen sehen und gleichzeitig neue Sichtweisen und Erfahrungen mit ihm teilen. Was für ein Geschenk diesem mich faszinierenden Menschen zu begegnen und diese einmalige Nähe und Vertrautheit mit gleichzeitig unüberbrückbarer Distanz zu spüren. Mich selbst und meinen Bruder in seinem Angesicht wiederzuerkennen. Wow!

Wie kommt sie zu einem neuen Vaterbild? Das könnte eine mögliche Frage sein,die du dir gerade stellst. Oder welche neuen Erfahrungen hat sie denn jetzt gemacht?

FriedensbotschaftDu erinnerst dich noch an das obige Beispiel, als ich ihn völlig unerwartet aus dem Nichts heraus mit meinem Überraschungsanruf an Heiligabend konfrontierte. Bei unserem ersten Gespräch wollte ich es daher nochmal ganz genau wissen. Ich erzählte ihm, wie seine Worte bei mir angekommen sind, als ich ihn mit meiner Schwangerschaft überrumpelte. Ich zog meine schwarze Brille also aus, stellte konkrete Verständnisfragen und lauschte ihm aufmerksam. Als er mir seine Perspektive geschenkt hatte, merkte ich wie besorgt er gewesen ist und was für ein Schock es im ersten Moment gewesen sein musste. Wie unerwartet mein Anruf für ihn kam. Welche Sorgen und Ängste er hatte. Und was für Dramen er vor seinem geistigen Auge ablaufen lies. Kurz: Mein Vater wünschte mir eine leichtere Zukunft. Puh, und da fiel es mir wie Schuppen von den Augen, wie oft wir wahrscheinlich aneinander vorbeikommuniziert haben, wie viele Missverständnisse es zwischen uns gibt. Es ist, wie wenn wir zwei unterschiedliche Sprachen sprechen würden. „Oh, mein Gott, das gibt es doch nicht!“

Ich konnte plötzlich Akzeptanz, Respekt, Anerkennung, Aufmerksamkeit, Stolz und sogar väterliche Liebe, nach der sich ein Teil von mir gefühlt mein ganzes Leben gesehnt hat, in seinen Worten, zwischen den Zeilen und in seinem einzigartigen Verhalten erkennen. Auch wenn er es im Moment in einer Art und Weise ausdrückt, wie ich es nur schwer verstehe und auf Kleinigkeiten zu achten lerne. So ist es für mich ein wertvolles Geschenk, das wir so offen und ehrlich in Verbindung treten können. Selbst unsere Zweifel und Ängste erhielten ihren Raum und es entstand wieder eine sehr zarte Beziehungspflanze zwischen Vater und Tochter.

Eine moderne Friedensbotschaft

Auf das sie möge gedeihen und andere Menschen inspiriert voneinander und miteinander natürlich zu lernen. Trotz manchmal schwierigen Konfliktabgründen, Schuldzuweisungen und alten schmerzenden Wunden sich wieder auf einer neuen Ebene Schritt für Schritt aufeinander zuzubewegen. Und die Qualitäten in der Einzigartigkeit des Anderen fasziniert zu entdecken. Einfach das Herz öffnen und die Menschen wirklich sehen!

Herzlichen Dank lieber Papa für dein Sein & das Geschenk der Schritte auf mich zu! Schön, dass es dich gibt!

Herzlichen Dank auch an dich und an alle die mir in den täglichen Augenblicken ihre Aufmerksamkeit schenken und ihre wertvolle Lebenszeit mit mir teilen. Ihr ermöglicht mir, dass ich immer noch Muticher ich selbst sein kann! Auf das wir’s uns gegenseitig noch einfacher machen! Juhu! Das ist ein Grund zu FEIERN!

Liebe heilsame, friedvolle & mutiche Begegnungsgrüße sendet Dir

Andrea Breitenmoser

www.mutich.jetzt

 

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