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Wünsche an die Partnerschaft – Was brauchst DU, um glücklich zu sein?

Wünsche hat doch jeder an seine Partnerschaft. Aber darf ich sie immer ausdrücken, und in welchem Maße fördert das unser Beziehungsglück?

„Nicht alles, was man sich wünscht, tut einem auch gut“ ist ein Satz, den mir eine gute Freundin aus Argentinien geschickt hat. Ein Satz, der mich in den Februar mit reinbegleitet hat. Und mich immer wieder zum Nachdenken anregt.

 

Wenn mich ein Wunsch anspringt, wenn ich auf einmal etwas möchte, den Drang verspüre. Und der Satz schafft es mittlerweile auch, mich im Wünschen etwas abzubremsen, manchmal auf Stillstand zu stoppen. Mit der einfachen Frage: Warum wünscht du dir das eigentlich? Manche Wünsche haben sich danach erledigt.

Doch eigentlich schreibe ich die Kolumne hier ja im Kontext von Beziehung und Partnerschaft. Und auch hier bemerke ich bei meinen Klienten oft, dass wünsche Partnerschaftin der Partnerschaft Wünsche vorhanden sind. Wünsche für sich, sein eigenes Leben. Aber auch Wünsche an den Partner.

Und die meist unausgesprochenen Erwartungen, die die Partner aneinander haben. Und die sie sich nicht trauen, diese auf den Tisch zu packen. Weil sie oft Angst davor haben, wie der andere dann reagiert, wenn ich blank ziehe und mich erkläre. Eigentlich ein beziehungserhaltendes Verhalten, nicht alles zu sagen, was ich gerne hätte. Dumm dann, wenn ich darunter leide und „zu kurz komme“, weil das, was ich mir wünsche, nicht erfüllt wird.

Ich habe keine Erwartungen und Wünsche

„Ich habe keine Erwartungen und Wünsche an meine Partnerin gehabt“, hat mich einmal eine Kundin aus einer lesbischen Partnerschaft angeblafft, als wir zu Dritt die verfahrene Situation beleuchtet haben. Und danach die Paartherapie abgebrochen. Vielleicht noch kurz den Kontext dazu: Die beiden haben sich kennengelernt, schnell verliebt, schnell zusammen gezogen. Beides Powerfrauen.

Aktiv, lebensfroh und da draußen in der Welt unterwegs. Und kurz nach der Heirat ist eine der beiden in einen Burnout mit Depression gerauscht. Nichts mehr da von der Power, die ganze Last für alles wurde jetzt einseitig auf eine Schulter gelegt.

Auf meine Frage, ob da jetzt die Enttäuschung mitschwingt, dass der „Inhalt nicht dem Etikett entspricht“ und damit die Erwartungen nicht getroffen wurde, kassierte ich die o.g. Replik.

Nach diesem kleinen Ausflug in die gelebte Realität wieder zurück ins Philosophische:

Geht Leben und Partnerschaft überhaupt ohne Erwartungen und Wünsche?

Ich bin mir sicher, in 97% der Fälle: Nein. Wir haben immer irgendwelche Bilder, Vorstellungen und Wünsche in uns. Die wir entweder mit uns selbst herumtragen oder auf unseren Partner projizieren. Paul Watzlawick hat dazu ein schönes Buch geschrieben „Wie wirklich ist die Wirklichkeit“ und kam – nicht nur er – zum Schluss, dass wir permanent am Konstruieren unserer eigenen Wirklichkeit sind.

Wuensche -PArtnerschaftWir können nicht anders. Wir betrachten die Welt und die Menschen in der Welt durch unsere Wahrnehmungsfilter, die wir im Laufe der Lebensjahre gebildet haben. In diesen Wahrnehmungsfiltern sind auch viele Hoffnungen, Wünsche und Erwartungen verwoben. Unmerklich und schwer zu entdecken.

Und es geht wirklich nicht ohne Wünsche und Erwartungen. Einfach auch deshalb, weil unser Hirn immer aktiv ist. Es filtert die Welt um uns herum nach unseren eigenen Vorstellungen und produziert  dadurch Wünsche. Wünsche, die aus uns selbst herauszukommen scheinen. Aber auch Wünsche, die wir aus unserer Umwelt und vielleicht den sozialen Medien aufgesogen haben und nun zu unseren eigenen gemacht haben.

Daran ist nichts Schlimmes. Gelebte Realität. Normalität. Stürmisch wird es nur dann, wenn sich in unsere Wunschliste / Projektionsliste immer mehr etwas einschleicht, was nicht aus uns kommt, sondern etwas ist, was wir uns abgeschaut haben. Eben aus der Werbung, aus Facebook, unserem Freundeskreis und/oder von unseren Eltern. Und langsam aber sicher die Meinung aufbauen, dass wir es auch brauchen. Dringend – weil wir sonst weder glücklich sind noch je glücklich werden können.

Wünsche und Erwartungen haben meistens etwas mit der Zukunft zu tun

… nicht mit der Gegenwart. Oder sie referenzieren in die Vergangenheit, identifizieren irgendeinen erlittenen Mangel – von dem es ja viele gibt im Laufe des Lebens – und produziert aus dem Mangelgefühl heraus dann die Erwartung und die Wünsche. Ein Teufelskreislauf, und vielleicht kennst du ja die Menschen in deinem Umfeld, die nie zufrieden sind, die immer ein Haar in der Suppe finden, die hinter jedem Satz, den du mit ihnen redest ein „Ja, aber“ packen.

Was wir bei dem oben genannten Szenario verpassen, ist die Gegenwart, den Augenblick. In dem wir vielleicht ruhig, zufrieden, satt, entspannt sind. Und weil wir den Augenblick verpassen, können wir uns gar nicht einnorden auf die Gegenwart. Der buddhistische Ratschlag „Akzeptiere was ist“ läuft in die Leere. Doch zurück zur Partnerschaft und Beziehung.

Wunsch-TÜV – ja bitte

Wir verändern uns jeden Tag und haben jeden Tag eine andere Gemütszusammensetzung. Das ist unausweichlich und wird Leben genannt. Und mit der Zeit verändern sich auch unsere Bedürfnisse, die Dinge die wir brauchen. Mit 30 hatte ich andere Bedürfnisse und Gewohnheiten, als jetzt, mit Mitte 50. Das wirkt sich auch auf meine Partnerschaft, auf das Miteinander mit meiner Frau aus.

Aus diesem Grund ist es sinnvoll, sich immer wieder aufs Neue seiner Wünsche und Projektionen nicht nur in Bezug auf die Partnerschaft bewusst zu werden. 

Zwei sehr wichtige Fragen:

  • Was brauche ich eigentlich, um glücklich zu sein? 
  • Was wünsche ich mir eigentlich von mir, von meinem Partner und vom Leben? 

PArtnerschaft-wuenscheDas sind einmal zwei simple Impulsfragen, die zu längerem Nachdenken einladen.

Ich bin ein Freund des Schreibens. Weil mich Niederschreiben, mich schriftlich zu äußern, mehr zum Nachdenken zwingt, etwas verlangsamt und damit den Prozess intensiver macht.

Und – ich habe etwas schwarz auf weiß dastehen, das ich mir immer wieder vor Augen führen kann.

Ich kann es weglegen, ruhen lassen und mir dann, in einer stillen Minute, wieder hervorholen und weiter machen. Effektiver als die schnellen gesprochenen Worte oder die flüchtigen Gedanken.

Deshalb. Schreib bitte deine Gedanken zu den beiden Fragen auf. Ok, gesagt getan, die Wünsche und Erwartungen stehen auf dem Papier. Auch die an den Partner. 

Dann gehen wir in die zweite Runde, indem wir uns die Zeit nehmen und überlegen, in welcher Zeit und in welchem Kontext der Wunsch entstanden ist? Ob er spontan in uns da war oder ob wir irgendwo etwas Ähnliches gesehen haben und auch „haben wollten“?

Oder ob irgendein Glaubenssatz dahinter steckt, der uns immer wieder antreibt, der uns in den Mangel schickt und aus dem Mangel heraus dann Wünsche und Erwartungen produziert?

Wichtig bei diesem Thema ist auch für mich, wieviel Energie und Kraft ich in meine Wünsche und Erwartungen stecke. Um sie aufrecht zu erhalten, oder um sie zu erreichen? Oder wieviel Angst ich davor habe, meine Wünsche an der Realität zu verproben, indem ich sie ausspreche?

Und – nimm dir Zeit. Das ist kein Projekt für einen Samstagnachmittag. Sondern ein längerfristiges Projekt der Persönlichkeitsentwicklung. Damit du erkennst, was dir gut tut und was nicht. Was gefastet werden kann, losgelassen und wofür es sich lohnt, festzuhalten. Für dich und deinen Partner.

 

Viel Spaß auf dieser Reise.

Volker Hepp

Beziehungscoach

www.volkerhepp.com

 

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Was brauchst DU eigentlich, um glücklich zu sein? Wir freuen uns auf deinen  Kommentar! 

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