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Amazonas-Brände: Politiker werden aktiv – und wir?

Seit Wochen brennt die grüne Lunge unserer Erde und endlich tut sich langsam etwas im Kampf gegen die Amazonas-Brände. Auch, weil der internationale Druck auf Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro wächst.

Jedes Jahr brennen während der Trockenzeit im Amazonasgebiet Wälder, doch dieses Jahr ist es besonders schlimm: Über 70.000 Brände wurden in Brasilien seit Jahresbeginn registriert – der Regenwald steht quasi in Flammen. Ein Grund dafür: Brasiliens Präsident Bolsonaro will, dass der Amazonas noch weiter erschlossen und landwirtschaftlich genutzt werden kann. Er sieht in der grünen Lunge unseres Planeten vor allem wirtschaftliches Potential.

Illegale Brandrodungen zur Gewinnung von Landflächen wurden deshalb – so die Vermutung – von der Regierung toleriert und nicht geahndet. Laut Umweltschützern hat Bolsonaro damit ein politisches Klima geschaffen, das Brasiliens Bauern zu immer mehr Abholzung und Brandrodung ermutigte. Inzwischen gingen in Brasiliens Großstädten Rio de Janeiro und São Paulo zahlreiche Menschen auf die Straßen, um gegen Bolsonaros Umweltpolitik zu demonstrieren.

 

Der Druck wird größer

Nun verkündete Brasiliens Justizminister Sérgio Moro, dass kriminelle Brandstiftung im Amazonasgebiet hart bestraft werde – Bolsonaro will jetzt konsequent gegen Brandstifter vorgehen. Auch hat er inzwischen Einsatzkräfte der Armee zur Bekämpfung der Amazonas-Brände aktiviert, zwei Löschflugzeuge sind ebenfalls im Einsatz.

Dass Brasiliens Präsident aktiv geworden ist, liegt wohl auch an den internationalen Reaktionen von Prominenten und dem zunehmenden Druck durch europäische Politiker. Seit Tagen machen Stars wie z.B. Leonardo DiCaprio oder Cristiano Ronaldo über die sozialen Medien immer wieder auf die verheerende Lage aufmerksam.

Frankreichs Präsident Macron setzte das Thema zudem auch auf die Tagesordnung des G7-Gipfels in Biarritz. Dort einigte man sich auf eine schnelle Hilfe für die Amazonas-Brandgebiete von Seiten der sieben führenden westlichen Industriestaaten. Frankreich drohte jedoch darüberhinaus sein Veto gegen den Aufbau eines geplanten Freihandelsabkommens an, falls sich an der Lage nichts ändere. Zerstören weiterhin ungehindert Waldbrände den Amazonas-Regenwald in diesem Ausmaß, fürchtet EU-Ratspräsident Donald Tusk, dass die weltweit größte Freihandelszone zwischen der EU und dem lateinamerikanischen Staatenbund Mercosur scheitern könne.

Endlich passiert etwas

Ebenfalls aktiv werden südamerikanische Nachbarländer – obwohl sie längst nicht so schwer von den Waldbränden betroffen sind wie Brasilien. So setzte Bolivien, wo in Teilen ebenfalls Brände wüten, bereits am Wochenende eine umgebaute Boeing 747 als gigantisches Löschflugzeug ein, um das Feuer in den Griff zu bekommen. Pro Flug kann dieser „Supertanker“ rund 75.000 Liter Wasser abwerfen.

Der chilenische Präsident Sebastián Piñera beriet sich am Rande des G7-Gipfels mit Bundeskanzlerin Merkel über die Bekämpfung der Amazonas-Brände in Brasilien und den angrenzenden Ländern (obwohl Chile selbst nicht betroffen ist). Und Kolumbien will im September vor der UN-Vollversammlung einen regionalen Pakt zum Schutz des Regenwaldes präsentieren.

Wie sieht es bei uns aus?

Es scheint, die ganze Welt wacht langsam auf und wird aktiv. Und wie sieht es bei uns aus – was können wir tun?
Die Waldflächen werden vor allem für die landwirtschaftliche Nutzung gerodet und ein erheblicher Teil der Erzeugnisse wird auch zu uns in die EU importiert. Unser Einkauf entscheidet also mit darüber, wie sehr der Amazonas-Regenwald auch künftig leiden wird.
Wir können Einfluss nehmen, indem wir z.B.:
  • weniger Fleisch kaufen und dann vor allem regionales. Ein großer Teil der gewonnen Landflächen im Amazonas wird für die Haltung von Rinderherden genutzt.
  • keine Tierprodukte (Fleisch, Eier, Milch, Käse usw.) aus Massentierhaltung wählen. Sojaanbau ist ein weiterer landwirtschaftlicher Treiber für Regenwald-Abholzung. Soja aus dem Amazonas wird auch bei uns als Futtermittel bei Massentierhaltung eingesetzt.
  • Palmöl meiden, wo immer es möglich ist. Auch in Brasilien werden Regenwälder für Palmöl-Plantagen gerodet.
  • keine Möbel aus Tropenhölzern kaufen. Das Holz dafür stammt u.a. aus dem Amazonas und wird dort zu einem großen Teil illegal gerodet.

Sicherlich fallen euch noch mehr gute Möglichkeiten ein, wie wir aktiv werden und den Amazonas schützen können. Schreibt sie gerne in die Kommentare!

 

 

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