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Eine Weihnachtsbotschaft

Hier kommt eine Weihnachtsbotschaft von Veit Lindau, die wir gerne mit allen teilen, die sich in ihrer Religion tiefe, menschliche Wahrhaftigkeit und Verbundenheit wünschen, egal wie diese Religion heisst.

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Die Religion von Morgen. Achtung, dieser Text wird etwas länger. Ich schreibe ihn im Respekt vor allen Menschen, die sich innerhalb einer Religion offen für das Gute, Wahre und Schöne einsetzen.
Vor kurzem hat meine Frau etwas erlebt, was sehr anschaulich den Untergang der alten Kirchen-Dinosaurier demonstriert.

Du musst wissen, wir gehören keinem festen Glauben an. Wenn überhaupt fühlen wir uns dem mystischen Wesenskern aller Religionen verbunden. Für uns gibt es nicht den einen Gott, über den man sich dann mit Andersgläubigen streiten kann. Für uns gibt es eine Wahrheit, jenseits von Worten, die jeder von uns in der Stille empfangen kann.

Manchmal zieht sich Andrea für einen Tag in ein Kloster zurück. Um unser geschäftiges Business hinter sich zu lassen und zu lauschen. So auch vor kurzem. Dabei nahm sie auch am Gottesdienst mit Abendmahl teil. Ja, ich weiß, dies ist nur offiziellen Katholiken erlaubt. Und hier muss ich wohl gestehen, dass wir Ketzer sind. Denn wir glauben, dass jedes wunderbare, symbolstarke Ritual allen Menschen gehören sollte und dass ein nichtreligiöser Mensch mit einem aufrechten Herzen die Essenz dessen vielleicht manchmal tiefer in sich aufnehmen kann, als ein guterzogener Angehöriger einer Religion.

Nun geschah das Skurril-Komisch-Traurige. Andrea nimmt also unschuldig ihre Oblate entgegen und geht auf ihren Platz in den hinteren Reihen zurück. Da unterbricht der Priester die Zeremonie, rennt ihr durch die kleine Kirche hinterher und nimmt ihr die Oblate wieder weg. Für meine Liebste war es eine starke Antwort auf eine wichtige Frage, die sie bewegte. In dem Sinne kann ich nur sagen: Leben funktioniert und Universum hört immer zu. Doch wie eng muss es im Geist dieses armen “Stellvertreter” Gottes aussehen?

Warum schreibe ich das?
Weil es mich bewegt zu beobachten, wie sich kirchliche Institutionen, vorrangig männlich geführt, weigern, zu reifen und so mehr und mehr den Zugang zur eigentlichen Aufgabe einer Kirche verlieren. Und die liegt nicht im Einhalten von Regeln, im Ausgrenzen Andersgläubiger oder im Verbreiten von Schuld. Eine Kirche sollte ein Ort sein, in dem Menschen sich selbst ihre Irrtümer und Härte vergeben können. Ein Ort, der sie daran erinnert, dass sie alle – egal, woran sie glauben – im Kern gut sind. Ein Ort, der uns inspiriert und geistig erhebt, so dass wir unsere nächste Stufe der Wahrheit IN uns und nicht von einer Kanzel gepredigt erfahren. Ein Ort, der uns die Verbundenheit mit allen Wesen spüren lässt. Kirchen in diesem Sinne werden gebraucht. Dringender denn je. Aber nicht mehr an einem starren Gottesbild, sondern an Werten orientiert.

Warum sollen sich ein Atheist, ein Christ und ein Moslem nicht das Abendmahl teilen und sich so gemeinsam daran erinnern, dass sie alle Teil einer Menschheit sind? Wovor habt ihr Angst? Außer das Monopol auf Wahrheit abgeben zu müssen, was euch eh bereits durch die gierigen Finger rinnt?
Jeder Mensch braucht Räume, in denen er vergeben, sich erinnern und erheben kann.
Ich schreibe dies in tiefer Achtung für alle Menschen, die solche Räume hüten. Sei es in institutionellen Kirchen, in Schwitzhütten, in Schulen oder integralen, brückenbauenden Events. In unseren modernen Trance Tanz Seminaren tanzen Atheisten, Wissenschaftler, Christen und Esoteriker in einem Raum. Der eine erklärt sich seine Erfahrung neurobiologisch, der andere psychologisch und der dritte spirituell. Doch wenn sie tanzen, liegt etwas im Raum, was sie alle miteinander verbindet.

Wir alle haben das Recht auf das Abendmahl und wenn wir wollen, können wir jedes Frühstück mit unserer Familie in eins verwandeln.
Und wenn es Jesus gegeben haben sollte, bin ich mir sicher, er wird mit uns allen jeden Moment feiern, wo wir die Essenz seiner Botschaft in der einzig wahren Kirche leben – in unseren Herzen. Manchmal still. Und manchmal wild. Unser Herz kennt nur einen Gott, die Liebe.

Ergänzung zu euren Kommentaren: nun muss ich euch noch eine Geschichte erzählen. Denn tatsächlich sind Andrea und ich katholisch getauft. Doch nicht auf offiziellem Wege, sondern vor vielen Jahren in einer geheimen Zeremonie in einem Karmeliterinnen-Kloster. Es waren ein Priester und weibliche Nonnen, denen wir auf einer Pilgerreise begegneten, die unsere Liebe zur Wahrheit und zur Liebe sahen und sich deswegen über alle Regeln hinweg setzten und uns in einem kleinen Kloster tauften und das Abendmahl gaben. Für uns war dies kein Eintritt in eine Kirche, sondern ein unglaublich starkes Ritual, unser Leben und Wirken der Einen Wahrheit und der Liebe zu übergeben.

Für mich war es eine unglaublich bewegende Erfahrung den Prozess dieser mutigen Menschen zu beobachten, die für sich eine Wahl treffen mussten: Sich an vorgeschriebene Regeln zu halten oder dem Ruf ihres Herzens zu folgen. Wenn du mich fragst, war das, was wir damals miteinander erlebten, die Grundidee dieser Kirche. Ich greife keine Religion an. Es gibt festgefahrene Geister in jeder Religion und Wissenschaft. Und es gibt liebende Freigeister überall. Dies ist mein Liebesgruß an sie.

Ergänzung 2: An alle, die auf das Recht pochen, etwas Heiliges zu wahren. Das sehe ich 100% genauso. Doch was bedeutet “heilig”? Und wo gehört es hin? Heilig ist für mich alles, was heilt, was ganz macht. Und es gehört auf die Straße. In den Dreck. Zu jedem Menschen, der offenen Herzens danach sucht. Ich war im Sommer im Vatikan. Ich hätte kotzen können. Eine einzige irrsinnige Anhäufung von Reichtümern aus der ganzen Welt. Vielleicht bin ich blind.

Aber von Gott war da nicht mehr viel zu spüren. Da vibriert die kleine, einfache Kapelle bei uns oben am Berg wesentlich stärker von all der Hingabe der einfachen Menschengebete. Andrea wollte nicht provozieren, sondern unschuldig ihr Recht wahrnehmen. Und nochmal an alle Katholiken, die an Jesus glauben, wie er in der Bibel steht: Wer provoziert seine Botschaft mehr? Die, die darum Grenzen bauen und Regeln errichten, die er nie wollte oder die, die sich seiner Essenz offen in ihrem Herzen verbunden fühlen? Hat Jesus sein Abendmahl mit offiziell Bevollmächtigten geteilt oder mit jedem einfachen, fehlbaren Menschen?

Hat Luther die Kirche provoziert, als er mit seinen Thesen gegen den Schuldablass protestierte? Hätte er damit warten sollen, bis die Kirche “so weit” ist? Schaut euch die Zahlen der austretenden Menschen an, dann wisst ihr, dass sie schon viel zu lange schläft. Und ich bedaure dies zutiefst, denn im ursprünglichen Kern ist Religion immer ein wesentlicher geistiger Strom für Glauben, Halt und Erneuerung gewesen.

Mit herzlichem Gruß, Veit Lindau

www.veitlindau.com

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